MSB brainstorming

29 May 2007

För Hitz ond Brand
Zeitgenössische Kunst in Appenzeller Museen



Die Geste des Senns, der als Signet das Projekt begleitet, ist eigentlich deutlich: Der Senn stellt fest: «Die spinnen.» Und er hat Recht. Ein Projekt, ein Kulturprojekt, von dieser Grössenordnung im Appenzellerland nicht nur aushecken, sondern auch noch umsetzen zu wollen, ist Leicht- und Wahnsinn. Er hätte Recht, der Senn, wenn dies wirklich seine Geste wäre.

Vielleicht sagt der Senn aber gar nichts, sondern denkt nach, kratzt sich an der Stirn, überlegt: «Was soll denn das?!» Ein Gewölbe voll Schokolade (von Muda Mathis und Sus Zwick) im Fünfeckpalast in Trogen, flackernder Neonmist bei den Silvesterkläusen in Urnäsch (von Alexandra Hopf), eine Sänfte als Vogelhaus in Heiden (von Michaela Melián), Stosszähne im Mädchenzimmer in Herisau (von Rolf Graf) ... es gäbe viele weitere Beispiel. Man kann sie nicht alle aufzählen, sie wollen gesehen, entdeckt, erlebt werden.

Der Senn aber ist weise. Er macht weder unflätige Gesten noch zerbricht er sich das Hirn ob all dem Rätselhaften. Er steckt sich den Finger ins Ohr und hört auf sich, auf seine eigene Stimme, um so besser auf die anderen eingehen zu können. Das Bild ist ein Stück Volkskunst, das gleich mehrere Bereiche tangiert. Es ist eine Malerei auf einem Fahreimerbödeli, also auf dem Boden eines Gefässes, das zur Alpgerätschaft gehört und beim Alpaufzug mitgefahren wird. Die Musikkultur, die Volksmusik, ist angesprochen, denn diese Geste machen die Sänger, die Jodler, beim Zäuerlen. Dass die Hosenträger des Senns als Piktogramm, als H für Hospital, gelesen werden können und somit die Verbindung zu Heilprozessen gemacht ist, mag überinterpretiert, aber nicht absichtslos sein.

Der Fahreimerboden mit dem Senn ist zwar ein Objekt aus einer Privatsammlung, doch ist damit die ganze Sammlungsgeschichte angesprochen. Vergleichbare Objekte sind auch in den Regional- und Volkskundemuseen zu finden, die sich für diesen Sommer auf das Projekt «För Hitz ond Brand» eingelassen haben.

«För Hitz ond Brand»: Ein ebenso seltsamer wie rätselhafter Titel für Auswärtige, für die Einheimischen allerdings die gängige Bezeichnung einer alten und bis heute verwendeten Heilmethode aus dem Innerrhodischen, die unter anderem bei Vergesslichkeit, Heimweh, Warzen, Fieber und Liebeskummer eingesetzt wird. Ihren Namen hat die Methode daher, dass sie von alters her vor allem gegen Hitz, also Fieber, und Brand, also Verbrennungen eingesetzt wurde. Die Methode zu ergründen und zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Roland Inauen, Ethnologe und Leiter des Museums Appenzell, der in verschiedenen Texten versucht hat das Phänomen einzukreisen, nennt sie eine «Art medizinische Subkultur», die alle kennen, viele in Anspruch nehmen, über die aber kaum nähere Informationen zu erhalten sind.

Im Kunstprojekt, das zeitgenössisches Kunstschaffen in elf Appenzeller Museen bringt, steht «För Hitz ond Brand» für dieses ur-ländliche, ur-appenzellisch eigentümliche, für dieses von der Überlieferung genährte und doch zeitgemässe Geheimnis. Letztlich geht es damit um die ewigen Themen des Lebens – Geburt, Gewalt, Liebe, Tod – ihre Wahrnehmung und ihre Übersetzung in die Kunst.

Wie dieses Geheimnis wirklich funktioniert, werden wir nie ergründen, das eigentliche Wesen der Kunst werden wir nie verstehen. Wahrscheinlich ist es genau diese Substanz, sind es diese Geheimnisse, die unser Leben lebenswert machen, denn die offenen Fragen erzeugen Spannung, halten uns wach und damit lebendig.

Wie in der alten Heilmethode «För Hitz ond Brand» bleibt auch in der zeitgenössischen Kunst vieles ungeklärt, denn es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Kunst mehr Sinn mache als das Leben. Kunst ist dem persönlichen Erleben, individueller Wahrnehmung und Deutung unterworfen. Selbstverständlich kann man Manches vermitteln und über einzelne Aspekte informieren, aber vieles bleibt der Betrachterin und dem Betrachter überlassen.

Und so ist «För Hitz ond Brand» ein Versuch mit Dutzenden von fragmentarischen Erklärungen hinter diese Geheinisse zu kommen. Indem viele Facetten aufgezeigt werden, entsteht ein mosaikartiges Gesamtbild, eine Collage und damit das Gefühl, dem Wesentlichen näher gekommen zu sein.



Es gibt im Appenzellerland mehr Museen als in der übrigen Schweiz, die sich sowieso schon durch die weltweit höchste Museumsdichte auszeichnet. Sind es pro Museum in der Schweiz rund 8000 Einwohner, müssen sich im Appenzellerland bloss 5000 Einwohner ein Museum teilen. Es sind Museen, die sich fast ausnahmslos auf Geschichtliches und Ethnologisches konzentrieren. Zeitgenössisches, zeitgenössische Kunst, bildende Kunst überhaupt, fehlt, oder zumindest fehlt sie beinah. Es gibt im Appenzellerland keinen Ort, keine Institution dafür (abgesehen vom privaten Museum Liner). Stattdessen hat man die nahe Stadt, St.Gallen. Und das ist gut so. So lassen sich so ausserordentliche Projekte wie dieses erst eigentlich anpacken, aus dem Manko heraus und mit der Gewissheit, dass gerade darin Einzigartiges entstehen kann.

Aus dieser spannungsvollen Situation von ganz vielen kleinen und kleinsten Museen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen, Öffnungszeiten und auch ganz unterschiedlichen Budgets auf der einen Seite und dem nicht vorhandenen Ort für Kunst auf der anderen Seite konnte «För Hitz ond Brand» wachsen. Es ist ein Projekt, das Spannung auflöst, weil beide Seiten befruchtet, bereichert werden. Die Museen als Gastgeber beherbergen ein paar Kuckuckseier, brüten vielleicht auch darüber, die Künstler auf der anderen Seite entdecken ein Stück Volkskultur, das sie gerne in ihren Rucksack packen und mit Weltgeschichte verknüpfen. Bei diesem Austausch, bei der gemeinsamen Arbeit vor Ort, wenn etwa in Trogen im Schützenmuseum 140 krude zusammengezimmerte Gewehre (von Lutz/Guggisberg) platziert oder in Wolfhalden Malereien (von André Butzer) mit Titeln wie «Himmler» und «Hölderlin» zwischen Landshauptmann und Major Bänziger und Komponist Tanner gehängt werden, ist klar geworden, dass hinter all der Arbeit Menschen stehen. Und das ist gut so.

Weitere Informationen unter http://www.hitzondbrand.ch

Ursula Badrutt/Matthias Kuhn

25 May 2007

Max: Towelday! A Tribute to Douglas Adams

You sass that hoopy Douglas Adams? Now there's a frood who knew where his towel was. You are invited to join your fellow hitch hikers in mourning the loss of the late great one. Join in on towel day to show your appreciation for the humor and insight that Douglas Adams brought to all our lives.

What do I do?

Carry your towel with you throughout the day to show your participation and mourning.

When do I do it?

May 25th.

Where do I do it?

Everywhere.

Why a towel?

To quote from The Hitchhiker's Guide to the Galaxy.

A towel, it says, is about the most massively useful thing an interstellar hitch hiker can have. Partly it has great practicalvalue - you can wrap it around you for warmth as you bound across the cold moons of Jaglan Beta; you can lie on it on the brilliant marble-sanded beaches of Santraginus V, inhaling the heady sea vapours; you can sleep under it beneath the stars which shine so redly on the desert world of Kakrafoon; use it to sail a mini raft down the slow heavy river Moth; wet it for use in hand-to-hand-combat; wrap it round your head to ward off noxious fumes or to avoid the gaze of the Ravenous Bugblatter Beast of Traal (a mindboggingly stupid animal, it assumes that if you can't see it, it can't see you - daft as a bush, but very ravenous); you can wave your towel in emergencies as a distress signal, and of course dry yourself off with it if it still seems to be clean enough.
More importantly, a towel has immense psychological value. For some reason, if a strag (strag: non-hitch hiker) discovers that a hitch hiker has his towel with him, he will automatically assume that he is also in possession of a toothbrush, face flannel, soap, tin of biscuits, flask, compass, map, ball of string, gnat spray, wet weather gear, space suit etc., etc. Furthermore, the strag will then happily lend the hitch hiker any of these or a dozen other items that the hitch hiker might accidentally have "lost". What the strag will think is that any man who can hitch the length and breadth of the galaxy, rough it, slum it, struggle against terrible odds, win through, and still knows where his towel is is clearly a man to be reckoned with.

http://www.towelday.kojv.net/

24 May 2007

Dreaming Monk: Zap through concepts

zap through conceptsIsn't contemporary art great! So much better than all those dusty old paintings that took hours to look at because there was just too much to digest. Now you can go look at an exhibition, pop through it in no time whatsoever, be delighted with it all and go on to the next one.
It's the greatest thing, and whats more you don't need to worry about being smart or educated enough to understand anything. The zap through concepts that many hot young artists are chugging out these days are shrewdly calculated to nudge you exactly where it's needed to trigger that automated response! You are putty in their expert hands so enter freely and cast all your foolish worries aside!

And it's perfect since there just isn't enough time in todays society for over complicated art anyway, simply too many other fun things to do.

Its made me think that the time has come to cough up a word for these new masters of communication. After all the word "art" stinks of old fashion highbrow mothballs and doesn't mean much anymore.

Any ideas anyone?

Crossposted from rattlebrained

23 May 2007

Brandl: Where’s the Artist Here? - "Vermittlung," Curation, Usurpation and Power


I just received yet another invitation to a symposium (the preferred form of communication in the Consensoriat) concerning the Role of Exhibition Development in the Contemporary Artworld. I have a proposal.

In these set pieces, usually curators lecture the audience on their own importance, pretend to field a few polite questions from the public (who usually consists of artists wishing to get the attention of the Powermakers Present).

Never even once have I seen one of these endless self-congratulatory symposiums / multi-day panel-discussions wherein anyone speaks who is CRITICAL of the contemporary power structure favoring curators over artists. (As an aside — as much as I disagree with his book, we need a Tom Wolfe-like Painted Word attack on this situation.)

Therefore, I am (not so) humbly offering my services. Whenever anyone reading this is part of the planning process of such a symposium or panel discussion, I will gladly present an entertaining, informative, hard-hitting critique of the current situation – and most of all its self-delusions – in a speech I tentatively title “Where’s the Artist Here?: “Vermittlung,” Curation, Usurpation and Power.” Fly me in. I’m certain I can generate real discussion. And it is drastically needed.

17 May 2007

Corinne Schatz: LUCIE SCHENKER, Zeichnungen.


Katharinen St.Gallen, 28. April bis 20. Mai 2007
Vernissageansprache 27. April 2007

Viele von Ihnen haben vor einigen Wochen die Einladungskarte zu dieser Ausstellung erhalten, und darauf ein seltsames Gebilde, etwas Körperhaftes mit eigenartigen Ausbuchtungen, Nippeln oder Warzen, gesehen. Ebenso stark traten aber auch die Strukturen und feinen Fältchen einer überspannten Haut in den Vordergrund. Es berührt seltsam, dieses Bild, das "Ding" wirkt zugleich lebendig und unnatürlich, man spürt beinahe körperlich, ja schmerzhaft, die Dehnung und Spannung, die diese Haut fast zum Reissen zu bringen scheint. Es ist also keines jener luftigen, schwebenden, manchmal atmenden Gebilde, die Lucie Schenker in den letzten Jahren aus diversen Kunststoffen geschaffen hat, eine andere Richtung kündigt sich schon in dieser Karte an.
Spätestens mit dem Betreten der Ausstellung aber wird offenbar, dass die Künstlerin einen neuen Weg beschreitet.
In den Graffit-Zeichnungen, die sie in den letzen zwei Jahren geschaffen hat, begegnet man Formen, die zugleich vertraut und fremd wirken. Man erkennt Körperliches, ist sich jedoch oft nicht sicher, um welche Körperteile es sich handelt. Darüber scheinen sich dünne Häute zu spannen. Manchmal wirken diese weich und schmeichelnd, ein anderes Mal jedoch fast schmerzhaft gedehnt und gezerrt, dann wieder sind Körper und Haut "in Einklang", verwachsen als ein Ganzes. So finden wir in den Blättern hier ein Knie, dort eine Schulter, oft aber auch Formen, die wir sogar mit anatomischen Grundkenntnissen kaum identifizieren können. Vielleicht kann hier und da die Kunstgeschichte Hilfe bieten:
Die Vorlagen findet Lucie Schenker nämlich bei den Künstlern der Vergangenheit, bei Michelangelo und seinen gewaltigen Figuren der Sixtinischen Kapelle, in Ingres' fein modellierten Körpern, oder auch in Mapplethorpes athletischen Männerakten. Es sind meist Werke, in denen die Plastizität der Körperdarstellung besonders hervorsticht. Einige der Zeichnungen sind nach einem lebenden Modell entstanden. Durch Lucie Schenkers Hand erfahren nun diese Körperausschnitte eine eigenwillige Verwandlung. Das Fragmentarische steht nicht im Vordergrund, vielmehr vervollständigt die Künstlerin ihre Rücken-, Arm- oder Beinpartien zu in sich geschlossenen Formen. Sie schafft auch nicht Abstraktionen der menschlichen Figur, sondern nimmt skulpturale Formen auf, die sie aus den Körpern herauslöst und umschliesst. Diese Formen schweben schwerelos im Raum der transparenten Blätter. Die Plastizität der Hell-Dunkel-Modellierung wird sorgfältig übernommen, jedoch lassen die Fältchen und Dehnungen der Umhüllungen in ganz eigenartiger Weise die Oberfläche in den Vordergrund drängen.
So kippt unser Blick vom Körperhaften zum Oberflächlichen und zurück, ein Wechselspiel, welches die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung in stetiger Spannung und Bewegung hält. Die Künstlerin bricht unsere Sehgewohnheiten, indem sie den menschlichen Körper durchsichtig macht, ohne ihn seiner Haut und seiner Plastizität zu berauben.
So weit sich Lucie Schenker mit ihren neuen Zeichnungen von ihrer bisherigen Arbeit zu entfernen scheint, so nahe sind sie dieser doch gerade in der eben beschriebenen Wechselwirkung und Ambivalenz. Bereits in den geometrischen Draht- und Gitterobjekten zeigt sich dies als eines ihrer grundlegenden Themen: die Verbindung von nach aussen geschlossener Masse und deren Durchdringung durch Transparenz. Eine Dreidimensionalität, die sich in fortwährendem Wandel in Transparenz auflöst und wieder zur Masse konkretisiert.
Dieses Thema lässt sich in fast allen ihren Werkgruppen mehr oder weniger deutlich erkennen: In den Gebilden aus Kunststoffgeweben, die mit der raumfüllenden Arbeit in Rapperswil sozusagen ihren Höhepunkt und Abschluss fand (und wo übrigens auch die ersten Vorboten der neuen Richtung zu sehen waren, nämlich einige Zeichnungen von Händen, die in darüber gespannten Gummihandschuhen steckten), war die leichte Durchsichtigkeit der Stoffe, welche sie als eine Art Lichtgebilde, oder Wolken erscheinen liessen, offensichtlich.
Erinnert sei auch an die Fotoserie, die Lucie Schenker von ihrem Rom-Stipendium zurückbrachte: Dutzende von Gebäuden, die hinter Gerüsten in halbtransparente Baugewebe eingehüllt waren.

So sehen wir, nach der ersten Überraschung, dass der neue Weg durchaus eine innere Logik und Konsequenz hat. Das Spannendste beim Begleiten einer Künstlerin, eines Künstlers über mehrere Jahre ist es, mitzuerleben, wie sie innerhalb ihrer Themen, ihrer Fragen, ihrer Suche, immer wieder neue Elemente, neue Möglichkeiten, neue Formulierungen und Formen, andere Richtungen entdecken.

Nun interessiert einen immer auch die Frage: Wo gibt es Verbindungen zu anderen Werken, anderen KünstlerInnen? Wie unterscheidet sich ein Werk von verwandten Schöpfungen? Welche Antworten findet jemand auf Fragen oder zu Themen, die auch andere beschäftigt haben. Oder wo liegen ähnlichen Formen ganz unterschiedliche Themen und Motivationen zu Grunde. Hier fallen mir spontan zwei Schweizer Künstlerinnen ein, die leider beide zu früh verstorben sind: Heidi Bucher und Hanna Villiger.


Heidi Bucher, die mit ihren Häutungen ganze Räume als Hülle des Menschen auffasste und in ihren riesigen Latexgebilden die materiell präsente und doch unsichtbare Innenhaut dieser Räume suchte. Das Äussere des Inneren, und zugleich das Innere des Äusseren schaffend. Die Haut erscheint hier als Pergament, in das sich die Geschichten und Schichten eines Raumes und seiner Bewohner einschreiben.
Oder Hanna Villiger in ihren Körperfotografien, insbesondere aus den Jahren 1994 und 95, (wovon auch in St.Gallen schon einige zu sehen waren), den Fragmenten ihres eigenen Körpers, die zu wandfüllenden, skulpturalen Kompositionen gefügt sind. Auch bei Hanna Villiger ist man berührt vom Zusammenspiel der plastischen Präsenz des Körperlichen mit der Fragilität und Verletzlichkeit der Haut, die diesen Körper umhüllt.

Zu den Zeichnungen bildet eine beinahe "echte Haut" den Kontrapunkt. Kopfüber aufgespannt zwischen Decke und Boden dehnt sich eine Latexhaut in Menschenform. Ein zwiespältiges Objekt, das einerseits in seiner Unversehrtheit eher als Umhüllendes, als zweite Haut, als seltsames Kleid, ja vielleicht obsessiver Schutzanzug anmutet, und andererseits ebenso stark befremdet, wenn es als abgezogene, vom Körper gelöste Haut betrachtet wird und diesen als schutzlos entblössten assoziiert.
Diese Ambivalenz von Zärtlichkeit und Grausamkeit, von Verhüllen und Enthüllen, von Sanftheit und Zwanghaftigkeit, die in vielen Zeichnungen spürbar wird, findet in diesem Objekt die dreidimensionale Entsprechung. Und sogar diese Dreidimensionalität ist unbestimmt, schwankt doch auch hier die Wahrnehmung zwischen der Flächigkeit einer aufgespannten Haut und der Plastizität der Falten und des mitgedachten Körpers.

Mit der Übertragung der Thematik von Körperlichkeit und Fläche, von Masse und Transparenz auf den menschlichen Körper und die Haut, betritt Lucie Schenker eine Welt, die unendlich viele Aspekte in sich birgt und in der Welterfahrung von jeder und jedem von uns eine existentielle Ebene berührt.



So möchte ich mit einem Zitat aus Michael Köhlers Text "Die dritte Haut" schliessen:

"Wo wir mit der Welt in Kontakt kommen, stossen wir auf ihre Oberfläche. Die Haut ist, was die Welt umspannt, und die Welt ist, was von einer Haut, einer Oberfläche umspannt wird. Durch die Haut berühren wir die Welt, und die Berührung verschafft uns den Zugang zu ihr."
(Michael Köhler: Die dritte Haut, in: Basler Magazin Nr. 45, 9.11.1996)


--- Corinne Schatz, St.Gallen, April 2007

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14 May 2007

Brandl: Perreault on Why Art History Needs A Re-Write


Artist and critic John Perreault uses the recent exhibition High Times /Hard Times to examine amnesia in art. I have discussed this exhibition here several times; furthermore the topic has also disturbed me for some time. I did one of my Covers paintings about it in 2003, which is the title image here. Perreault’s Artopia art diary blog is usually insightful, but this is one of his best posts yet.

Here’s an excerpt as a tempting taste. then go read the whole piece. It is well worth your time. Link.
"We may still look at Pat Steir and Linda Benglis, but they and others who, according to curator Katy Siegel, attempted to expand painting in an anti-painting period (I agree with that designation) are apparently no longer part of the master narrative that has been taken over by post-modern conceptualism. This track is not my master narrative and probably not yours. It is the strictly academic narrative. On the other hand, nowhere in the catalog do I see proof that po-mo is indeed in control. If so, it's funny that the ruins of the modernist master-narrative were quickly filled in, appropriated by postmodernist, antipainting photography. Somebody somewhere must really need a master narrative to make sense of art.

On the other hand, winners are now defined by sales figures. Goodbye, serious critical tomes. Goodbye, museums as gatekeepers. We are becoming an art world where only bad artists have galleries, only bad artists sell."


By the way, Perreault’s Toothpaste mural paintings are superb.

09 May 2007

Belcher (UK): Supply and demand..

colour field

'Colour Field (English)' - Acrylic on canvas 24" x 36"(real)


My new paintings are fake paintings done on a strictly just in time supply and demand model so if anybody wants one I will paint them ....cuts down on stocktaking :-)



colur field color field genius masterpiece

also new dot com website ..

http://www.shaunbelcher.com

08 May 2007

Brandl: Chicago Art Fair Bericht




Hier ist mein persönliches Bericht über die Chicago Kunstmesse (dem Chicago Art Fair, 27. – 30. April 2007), worin ich mit einer „Statements“-ähnlicher Einzelausstellung vertreten war. Damit war ich einer von 40 einjurierten, namhaften Künstlern, der an dieser prestigeträchtigen Messe am so genannten Artist Project an einem eigenen Stand ausgestellt sein wurde.

Leider ist mein Artikel nur in Englisch, denn ich habe zur Zeit zu wenig Zeit, ihn zu übersetzen. Bitte schau das Post sowieso an, ich bin sicher du kannst den meisten davon verstehen und die Bilder sind nicht so schlecht!

Chicago Art Fair by Brandl


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22 April 2007

exex: AUDIOMOBIL



exex präsentiert eine sight-hearing-tour durch st.gallen:

AUDIOMOBIL

blablabor (reto friedmann/annette schmucki), sven bösiger,
andres bosshard, karin bühler, marcel gschwend, andy guhl,
häfligerohr (hans häfliger/jürg rohr), matthias kuhn, silvan lassauer,
arno oehri & marco sele, andrea siering, hildegard spielhofer,
strotter inst., martina weber

25. bis 28. april 2007

> anmeldungen für die rundfahrten bei karin bühler unter karinbuehler@hotmail.com
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«audiomobil» ist ein projekt im rahmen der ausstellung «can you now return to from where you came» (9. märz bis 22. april 2007). während die ausstellung den narrativen möglichkeiten der kunst nachgeht, versucht «audiomobil» in einer besonderen und nicht ganz alltäglichen versuchsanordnung den stadtraum neu erfahrbar zu machen.

der werbeprospekt zum «audiomobil» beschreibt die rundfahrt wie folgt: «das audiomobil nimmt sie auf eine abenteuerliche reise durch st.gallen mit. 13 geschichten- und tonjäger präsentieren ihnen im audiomobil ihre neueste soundtrophäe, die sie in den verwinkelten ecken der gallusstadt für uns entdeckt haben. das audiomobil ermöglicht ihnen unerhörte dinge zu erlauschen und die audioarbeiten da zu hören, wo sie entstanden sind. im audiomobil reisen sie mit zwei bis fünf weiteren fahrgästen komfortabel von aufnahmeort zu aufnahmeort. sie werden die stadt aus eigener, vor allem aber aus fremder sicht neu erleben.»

projektleitung karin bühler
weitere informationen zum projekt unter http://www.visarteost.ch
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weitere angaben zum projekt

schalter
projektraum exex, oberer graben 38, 9000 st.gallen

betriebszeiten
mittwoch bis freitag 25. bis 27. april 2007: jeweils 19, 20 und 21 uhr
samstag 28. april 2007: jeweils 14, 15 und 16 uhr

fahrpreis
10/7 franken, vergünstigung mit legi/ahv

fahrzeit
45 minuten

platzzahl
2 bis 5 personen

reservationen
mitfahrt nur mit vorgängiger reservation!
reservationen bei der projektleitung unter 078 819 96 98
oder karinbuehler@hotmail.com.
bitte datum und gewünschte fahrzeit angeben.

besonderes
während der audiomobilfahrten ist die bar im projektraum exex geöffnet.

informationen
weitere informationen zu den audio-rundfahrten unter 078 819 96 98
und karinbuehler@hotmail.com bei der projektleitung.

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projektraum exex, oberer graben 38, 9000 st.gallen
telefon 071 220 83 50, e-mail exex@visarteost.ch

öffnungszeiten: donnerstag 9 bis 12 uhr und 13.30 bis 17 uhr
oder auf anfrage

Für einen andered "audiomobile" zur Kunst, schau mal hier an:
http://www.firstfloor.org/ARL/Audiomobile/

16 April 2007

matthias kuhn/alex meszmer: travelogue (remastered)




> donnerstag, 19. april 2007, 20 uhr
> nocturne surprise um 22 uhr

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zum abschluss der laufenden ausstellung halten matthias kuhn und alex meszmer nach drei jahren ihren «travelogue»-vortrag ein weiteres mal: «travelogue (remastered)» ist radikal überarbeitet und um einige erkenntnisse schwerer ...


«eigentlich suchen wir immer. das gelobte land, den gral oder die autoschlüssel.» das ist vielleicht ein bisschen salopp formuliert. aber wohl wahr. wir suchen tatsächlich immer: lösungen, gemeinsamkeiten, erholung und ruhe, die partnerin fürs leben ... und letztlich suchen wir das glück ...


dieser ausgangspunkt steht - wie schon vor drei jahren - in engem zusammenhang mit einer ausstellung: «can you now return to from where you came» beschäftigt sich mit nichts anderem als dem suchen. peter dew zieht in seiner installation ein komplexes wegsystem auf, das ohne umschweife die frage nach dem richtigen weg stellt: «oh, but what if i want to go down that way?». dass dabei auch die unsicherheit über die richtige wahl mitschwingt, gehört zum spielerischen umgang dews mit themen und materialien.


petra elena köhle und nicolas vermot petit-outhenin präsentieren ihr palermo-konzept, eine untersuchung über zufällige begegnungen im urbanen raum: sie reisten getrennt nach sizilien, wo sie in der hauptstadt letzlich nichts anderes taten, als den abwesenden anderen zu suchen. «travelogue (remastered)» geht nicht expilzit auf die installationen ein, versucht aber den kontext beider künstlerischen arbeiten zu erweitern ...


die grosse montage mit materialien aus literatur, film und musik verspricht gemäss der maxime «suchen statt finden» eine lange reise von den bergen ans meer, um die welt in 80 tagen, von utopia ins zentrum der galaxis, verschiedene reisen weg von zu hause und selbstverständlich immer wieder auch nach hause zurück ... und zuletzt die antworten auf die fragen: was ist der sinn des lebens? und wo finden wir das glück?


weitere informationen zum projekt unter http://www.visarteost.ch und http://www.wortwerk.ch/travelogue



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projektraum exex, oberer graben 38, 9000 st.gallen
telefon 071 220 83 50, e-mail exex@visarteost.ch

öffnungszeiten: donnerstag 9 bis 12 uhr und 13.30 bis 17 uhr
oder auf anfrage

Manuela Gritsch: WalserSagenWeg Triesenberg




Am kommenden Sonntag wird der WalserSagenWeg in Triesenberg eröffnet.
Im Rahmen dieses Projektes konnte ich das visuelle Konzept und die grafische Gestaltung umsetzen.

Vielleicht habt ihr am kommenden Wochenende Lust, bei dem schönen Wetter eine kleine Wanderung zu machen.



Iladig

Am Sunntig, 22. April 2007, ischt d Eröffnig vam
„WalserSagenWeg Triesenberg“. Los geids am eis im Zentrum. Wir laufan dr Wäg ab, as gid ds Trincha und ds Ässa und für all Gescht as chleis Geschench. Chum doch au!


Die Eröffnung des WalserSagenWegs in Triesenberg findet am Sonntag,
22. April 2007 statt. Dazu möchten wir Sie gerne einladen:

Programm
13.00 Uhr Apéro auf dem Dorfplatz in Triesenberg
13.15 Uhr Offizielle Begrüssung
13.30 Uhr Begehung
15.30 Uhr Festakt im Hinder Prufatscheng
Abgabe eines exklusiven Eröffnungsgeschenks
16.30 Uhr Fortsetzung Begehung
18.15 Uhr Abschluss beim Rastplatz „Studa“

Es gibt Zubringerdienste vom Dorfplatz zu den genannten Orten.

15 April 2007

Brandl: Einzelausstellung an der Chicago Kunstmesse





Der Ostschweizer Künstler Mark Staff Brandl wird an der kommenden Kunstmesse in Chicago, dem Chicago Art Fair (27. – 30. April 2007) mit einer Einzelausstellung vertreten sein. Damit ist Brandl einer von 50 namhaften Künstlern, der an dieser prestigeträchtigen Messe am so genannten Artist Project an einem eigenen Stand ausgestellt sein wird. Der Anlass wird am Donnerstag, 26. April mit einer Vernissage im weltberühmten Merchandise Mart in Chicago eröffnet (350 West Mart Center Drive).

Die internationale Messe für Gegenwartskunst, Art Chicago 2007, führt ihre 20-jährige Tradition als eine der weltwichtigsten Kunstveranstaltungen auf einem neuen Ausstellungsgelände, dem Merchandise Mart, fort. Der Anlass, den die ganze Stadt neben der Hauptattraktion Art Chicago mit vielen Kunst- und Kulturprojekten feiert, wird über 30'000 Besucherinnen und Besucher anziehen.

Mark Staff Brandl wurde 1955 in der Nähe von Chicago geboren und ist dort aufgewachsen. Seit 1988 ist er in der Schweiz wohnhaft. Seit 7 Jahren wohnt er in Trogen AR. Seine Ausbildung in Kunst, Kunstgeschichte und Literaturtheorie absolvierte er an der University of Illinois, Illinois State University, Columbia Pacific University. Zurzeit ist er Doktorand an der Universität Zürich.

Brandl ist international seit 1980 als Künstler tätig, hat verschiedene Auszeichnungen erhalten und ist mit zahlreichen Publikationen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit getreten. Seine künstlerischen Arbeiten wurden unter anderem von Galerien und Museen in der Schweiz, Deutschland, Italien, Ägypten, der Karibik sowie in Städten wie London, Basel, Paris, Moskau, Chicago, Los Angeles oder New York gezeigt. Als Kunstkritiker schreibt er regelmässig für die Zeitschriften The Art Book (London) und Art in America (New York), bei denen er Corresponding Editor ist. Er ist auch Kurator der Collapsible Kunsthalle. Einige seiner Werke wurden vom Museum of Modern Art in New York, dem Whitney Museum in New York, dem Museum of Contemporary Art in Chicago, dem Victoria und Albert Museum in London, dem Thurgauer Kunstmuseum, dem Kunstmuseum St. Gallen, dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles, der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, dem International Museum of Cartoon Art, dem Kunstmuseum Olten und anderen aufgenommen.

Im Rahmen des Artist Projects werden gross- und kleinformatige Werke ausgestellt. Brandl wird eine Serie von Covers-Bilder zeigen sowie die neuen, grossformatigen Gemälde, Dripped Portrait und Portrait and a Character. Zur gleichen Zeit wird in den Räumlichkeiten des Sharkforum Sharkpit eine Wand-Malerei-Installation zu sehen sein. Der Künstler feiert seine Inspirationsquellen, besonders die seiner Kindheit, die seiner Berufung zum Künstler zu Grunde lagen — u.a. die Billboardschriftmalerei und Schaufensterdekoration seines Vaters und seiner Mutter sowie die Superhero-Comics und deren Künstler.

Die Covers-Werke sind Gemälde in verschiedenen Formaten, welche die Sichtstruktur der Comic-Heft-Titelseiten verwenden: aufdringliche Beschriftung, Preise, Daten, Nummerierung, Bilder und so weiter. Anstatt ein Bild einfach zu kopieren, wie Pop Künstler es taten, konfrontiert Brandl diese Form als eine geerbte, doch unvollständige Grammatik, die er dazu zwingt, Lob, Klagen, Wünsche, signifikante und kritische Gedanken auszudrücken.
Die zwei neuen Gemälde verschmelzen Einflüsse von Jackson Pollock, Roy Lichtenstein, Jacopo Tintoretto und dem Superhero-Zeichner Gene Colan. Sie scheinen mit geschleuderten Tropfen von Schildmaler-Email-Farbe gestaltet zu sein. Aber die Striche und Linien verwandeln sich zu Repräsentationen ihrer selbst. Von Distanz betrachtet mutieren die ausdrucksstarken abstrakten wirbligen Linien, die mit einem Rapier gemalt scheinen, zu Pop-Bildern von flüssig gezeichneter Gesichtern.

Brandls Kunst erklärt, wie eine neue, robuste Malerei Einflüsse und Innovationen aus anderen Genres in sich aufnehmen und sie innerhalb ihrer eigenen visuellen Denkprozesse umrahmen kann. Sein Werk ist konzeptuell und intellektuell, und dennoch unterhaltsam sinnlich; vielsagende bildende Kunst, jedoch stark wie populäre Kultur. Für Brandl ist dieses nicht “Fusion” oder “Crossover”, sondern ein persönlicher und disjunktiver Dialog der Schlichtung. Andeutungen und Impurismus sind seine ästhetischen Tugenden

Kontakt:

Website des Künstlers:http://www.markstaffbrandl.com/

Sharkforum Sharkpit
Wesley Kimler
2046 W. Carroll
Chicago, IL USA 60612
+1 312 942 9078

Chicago Art Fair / Artists Project
Shawn Kahle
Vice President of Public Relations
Merchandise Mart Properties, Inc
312-527-7074
skahle@mmart.com

14 April 2007

Matthew Collings: a Great Art Critic on an Internet Radio-Cast




Here is a link to a good interview-cum-discussion with Matthew Collings, one of my favorite “art commenters“ or critics. He can be vicious, flippant, London-boosterish, London-dismissive and cynical — yet is always interesting, far more intelligent than I think he wants to let on and very insightful about current art and the artworld.

Collings is an artworld star in his own right. In print, such as Modern Painters, on the radio and in various TV series about art. Furthermore, he is a successful abstract painter in his own right, disproving the oft-espoused claim that critics are failed artists. Perhaps more surprisingly still, he often, very often, doesn't actually like art now being made. Yet, he is passionate and fervent even in his distaste for the prevailing trends in post-modern art. It has been said of him that “with his eloquent and engaging approach to art criticism, he is one of the foremost art critics.” I agree. Get an enjoyable taste of him here on Radio New Zealand in an interview (about 40 minutes) with Kim Hill: http://www.radionz.co.nz/audio/national/sat/matthew_collings

13 April 2007

Belcher: Letter to Matthew Collings

Dear Mr. C.

Never read your books or saw the TV series but remember how good the original (pre-glossy covers especially) artscribes were.

I took an extended sabbatical from painting from 1992 onwards appalled at what happening...I even had a bizarre interview for the Goldsmith's M.A. where Nick De Ville basically called Pater Fuller a fascist....c'est la vie...so I decamped to Oxfordshire and drew the most reactionary landscapes I could in a fit of pique:-)

I am now re-emerging from the art bunker in Nottingham ( about as far from the metropolitan centre as you can get these days) and firing broadsides as and when I can..( see below) ..I am not overally popular with the New Polyocracy as they rehash third rate ideas from back pages of Artforum and Frieze but at least I enjoying the skirmishes...at least with those that coherant ...my views a little harsher than yours Mathew but I agree with one thing it has certainly got worse not better since 2002

What troubles me is work like yours (painting) has been removed from the artistic landscape like an airbrushed Lenin...my recent reviews are a riposte to this...when did this complete takeover happen..I remember a broad church of artistic styles and genres..now there barely two ...assemblage and digital ....conceptualism was a variety of fruit in the garden now it has choked off all else like rampant bindweed....

sad and it is as a nation we lose....narrow paths mean narrow minds....

Fuller was good before he switched God for Marx....

I will seek out your books and read more....apologies I always thought you part of problem ( Blimey Guv'nor its them luvly YBA's etc) when all along you part of some kind of solution. I disagree about Guston he is pure painter and I think Emin is simply Janet Street Porter with a 'Works' copy of Schiele. As for Damien The First....I said it on my blog..pure Barnum.

Congrats on the paintings...Nuevo Centro Delauneys.....thanks for bucking the tide...however if you go digital I may have to sentence you to ten years in a Stuckist exhibition....

shaun belcher

http://belcheresque.wordpress.com/

Moogee the art dog....

05 April 2007

Irene Müller: landpartie no. 19: marianne halter



landpartie no. 19: marianne halter, da gibts einen ort

eröffnung am freitag, 13. april 2007, 18 uhr

herrligstrasse 14, 8048 zürich, 043 311 85 25
ausstellung vom 16. april bis 25. mai 2007, mo - fr, 9 - 16 uhr

landpartie ist eine ausstellungsreihe mit kunst auf wenigen quadratmetern, eine bühne mit drei wänden.
landpartie ist erreichbar mit S3, S12, bus 31 (bhf. altstetten), tram 2 (lindenplatz) und 5 minuten zu fuss.

das jahresprogramm 2007 von landpartie wird unterstützt von corak AG, Stadt Zürich / Kultur, Stiftung Erna und Curt Burgauer, Bundesamt für Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich

03 April 2007

exex: Peter Dew und Neil Young




peter dew: the feeling arranger, the heavenly conductor and me, or:
a different story for every set of eyes

peter dew legt musik von neil young auf.

> donnerstag, 5. april 2007, 20 uhr
> nocturne surprise um 22 uhr



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peter dew (*1967, lebt und arbeitet in st.gallen) ist ein sammler. er trägt materialien wie drähte, plastikteile oder hölzer zusammen und baut damit ganze universen, verbindet die absurdesten gegenstände zu kleinstskulpturen, fügt diese wiederum in grössere zusammenhänge ein und setzt sie zueinander in beziehung. seine installationen sind unübersichtlich und chaotisch und doch in den einzelheiten ordentlich und präzis. dews neuste installation «oh, but what if i want to go down that way?» gründet auf einem komplexen system von wegen, die als netzwerk die zum teil disparaten einzelteile zusammenführen, verbinden und zu einem einzigen geflecht von verweisen und bezügen - auch auf filme, songs und stories - verdichten.
am donnerstag vor ostern legt dew an der bar musik von neil young auf. die ohnehin vorhandenen bezüge seiner arbeit zu musik und film werden dabei nur noch offensichtlicher und so wird sein dj-set ganz natürlich auch zum soundtrack für seine aktuelle arbeit. ebenso zwingend für die anreicherung der installation «oh, but what if i want to go down that way?» ist auch die nocturne surprise um 22 uhr: «a matter of life and death» (von michael powell/emeric pressburger mit david niven und kim hunter, uk 1946) entführt die zuschauerinnen vom england des zweiten weltkriegs direkt ins jenseits. kamera, kulissen und kostüme, alles sehr raffiniert und alles sehr elegant ... der film ist trotz seines alters in jedem fall eine entdeckung!

weitere informationen zum projekt unter http://www.visarteost.ch

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projektraum exex, oberer graben 38, 9000 st.gallen
telefon 071 220 83 50, e-mail exex@visarteost.ch
öffnungszeiten: donnerstag 9 bis 12 uhr und 13.30 bis 17 uhr
oder auf anfrage

30 March 2007

Belcher: Aesthetic Grounds...

Very interesting post re. 'Vernacular' and plagiarism on this blog at present

http://www.artsjournal.com/

Public Art, Plagiarism & Vernacular

also they looking for art critics...must be some out there???

Aesthetic GroundsThe dialogue on public art and public space has almost no American art critics. We need some.
Public space is addressed in the socio-political critique of modern culture or in the propaganda of the smart growth, new urbanism and/or green sustainability. And 30 years after the invention of public art, the artists and administrators of the genre are afraid to establish criteria beyond acceptance or tolerance. To have critics of these art forms, new verbal and visual images must flow everyday. With consistent writing to focus thoughts, empathy and make-believe, aesthetic grounds emerge. The human pleasures of public art and public space deepen - and that is the goal of this blog. Glenn Weiss, January 24, 2007

25 March 2007

Alex Max Meszmer: Duchamp on the run

Mit „Re-object“ versucht das Kunsthaus Bregenz, Duchamps Ansatz des Readymades neu zu denken: Es soll zurückgestellt werden in den Kontext des Ateliers um dort als „Instrument künstlerischen Denkens und Handelns“ zu fungieren. Herbert Molderings hat ein paar der Schlüsselwerke ausgewählt - das Urinoir, die Schneeschaufel und das Fahrrad-Rad – die zusammen mit einer boîte-en-valise, der Weissen und der Grünen Schachtel einen kleinen Einblick in das Denken Duchamps geben. Zusammen mit Werken von Gerhard Merz, Damien Hirst und Jeff Koons soll die Idee des zur Kunst gewordenen Alltagsobjekts weiter verfolgt und vertieft werden – so weit so schön!

Eigentlich ist der unterste Raum im KuB unbespielbar – als Besucher drängt es einen immerzu nach oben und es braucht viel, vielleicht auch viel Anstrengung gegen die Architektur, um einen dazu zu bewegen, Arbeiten im Erdgeschoss wirklich länger zu betrachten. Schnell wirkt die Kunst hier verloren und abgestellt.

Molderings Idee, Duchamp im Kontext seines Ateliers zu zeigen, ist ein hübsches Gedankenexperiment. Vielleicht haben Kunsthistoriker ihre ganz eigene Vorstellung, was es bedeutet, Arbeiten im Atelier zu betrachten. Ein paar grosse, reproduzierte Schwarzweissfotos können zwar zeigen, wie es bei Duchamp aussah, ich bezweifle allerdings sehr, ob dadurch der Kontext Atelier auch für den Betrachter geschaffen wird.

Nice concept – but it won’t work!

Interessanter finde ich den Gedanken, Duchamps Spiel mit Alltagsobjekten nachzuforschen und sich vor Augen zu führen, was sich bei der Betrachtung von Gegenständen verändert hat.Industriell hergestellte Produkte sind für uns Alltag. Es ist selbstverständlich, dass sich Designer um das wechselnde Aussehen dieser Produkte kümmern, die rationell gefertigt werden. Die Herstellungsprozesse sind automatisiert und Handarbeit ist so selten geworden, dass sie extra deklariert wird. Preisunterschiede ergeben sich vor allem durch das Label und weniger durch die Qualität.

Die Industrialisierung im 19. Jh. bedingt gesellschaftliche und politische Veränderungen. Wir kennen die Geschichte der Arbeiterbewegung und die Anfänge unserer politischen Systeme. Die Geschichte der Alltagsprodukte erscheint weniger interessant. Jedoch: Vorbilder für die ersten industriell hergestellten Produkte waren die als besonders schön geltenden Handwerksarbeiten. Es galt die handwerkliche Arbeit möglichst gut zu imitieren und die schöne Form ergab sich aus dem Traditionellen.Die Euphorie, all diese schönen Dinge viel einfacher und billiger herstellen zu können, liess die Hersteller in den Jahrhunderten und Epochen wildern.

Als man begann Gebäudeformen für Grossbauten wie Fabriken, Energiewerke oder Bahnhöfe zu suchen, griff man zurück auf das, was es gab: Schlösser und Burgen, Klöster und Kirchen waren Bautypen die vorhanden waren und deren Formen den neuen Bauten lediglich angepasst werden mussten. Es scheint uns natürlich, dass die ersten Autos aussahen wie Kutschen ohne Pferde! Alles Technische wurde argwöhnisch betrachtet und die Verzierungen und Ornamente versuchten auch, die Technik zu Verbergen und den Menschen die Angst vor dem Neuen zu nehmen.

Industriedesign wurde vom Bauhaus erfunden – Peter Behrens verpasste AEG ein corporate design und stand an der Spitze einer Entwicklung, die reproduzierte, traditionelle Formen als überholt ansah und begann neue Formen zu suchen.

Das alles stak noch in den Kinderschuhen, als Marcel Duchamp begann über Readymades nachzudenken. Duchamp war ein Quergeist, der sich nach einem fulminanten Beginn in der Malerei auf das Denken zurückgezogen hat. Die Diskussionen, die um sein Werk kreisen, binden ihm zuweilen Bedeutung auf, die sich aus unseren persönlichen Zeiterfahrungen speisen. Vielleicht wird an Duchamp noch schneller deutlich, was es heisst, einem Künstler seinen Platz in der Kunstgeschichte zuzuweisen, drückt er sich doch vor einer eindeutigen Stellungnahme, wo immer es geht.

Duchamp spielt ein Spiel. Und er wusste sehr genau, wie er es spielen muss, um Kritiker und Kunsthistoriker zu fesseln. Seine Notizen und Zettelchen, die er zum Beispiel in der Weissen und Grünen Schachtel vereinigt hat, zeugen davon. Er wusste, wie ein Kunsthistoriker beginnt Kunst zu lesen, zu deuten, zu interpretieren und zu analysieren. Auf die Spur gebracht, wird er den Anspielungen folgen, in seinem Leben Entsprechungen suchen und Bedeutung durch einerseits persönliche, andererseits biographische Details erkennen wollen. Der Kunsthistoriker ist ein Deuter der Symbole und ein Fährtenleser, der seine Aufgabe in der Entschlüsselung von Kunst erblickt. Er muss das vom Künstler aufgeworfene Rätsel dem Publikum darbringen. Duchamp machte nie ein Hehl daraus, dass er die Bedeutungszuweisungen und Symbole in seinen Werken als absolut überflüssig einschätzte. Aber er benutzte sie, weil er Spass und Freude an Verschlüsselungen und an Sprachspielen hatte.

Duchamp veranstaltet eine intellektuelle Schnitzeljagd auf der Suche nach Sinn, einen gebildeten Kindergeburtstag – wenn man ihn glaubt inhaltlich lesen zu müssen. Seine Alltagsobjekte sind Zwischenformen. Sie sind gefälschtes Handwerk. Sie repräsentieren Dinge, die nicht das sind, was sie suggerieren. Erst Benjamin wird später versuchen die Kunst von diesem Weg abzubringen, der Suche nach dem Falschen. Benjamin führt den schwammigen Begriff des „Auratischen“ einer bürgerlichen Kunstvorstellung ein, der auch gegen eine intellektuelle künstlerische Geste Duchamps gerichtet ist. Vielleicht liegt der Fehler einfach darin, Duchamp unbedingt entschlüsseln zu wollen? Vielleicht liegt er darin, seine Arbeiten inhaltlich zu verstehen?

Die Moderne hat mit allen Traditionen gebrochen und provoziert. Künstler haben austariert, wie weit sie gehen können und welche Tabus brechbar sind. An der allgemeingültigen traditionellen Form zu rütteln und neue Ausdrucksformen zu suchen, war die grosse kreative Leistung dieser Zeit. Ich denke, man muss auch die Werke der Moderne als formale Arbeiten erkennen und als solche lesen. Sonst wird man ihnen nicht gerecht. Hier liegt vielleicht auch das Missverständnis, das es dann etwa hundert Jahre später erlaubt, einen fanatischen Pedanten, einen sammelnden Möchtegern-Bohemien und einen Börsenhändler in die gleiche Reihe zu stellen.

24 March 2007

Christine Enz: Tanz in der Multergasse, St. Gallen



Auf alle, die am Samstag 28. April einkaufen oder flanieren, wartet eine ganz besondere Attraktion in den Schaufenstern in der Multergasse; für einmal sind nicht Parfüms, Schuhe, Kaffee oder Schaufensterpuppen zu bewundern, sondern TänzerInnen und PerformerInnen. Sie nutzen die Fenster als Bühne und werden auf engstem Raum bewegen, tanzen und Schritte auf das Publikum zu machen, bis zur gläsernen Grenze.
Getanzt wird von 13–16 Uhr in den Fenstern der folgenden Geschäfter:
Manor, Parfümerie Baettig, Perosa, Kaffee Baumgartner, Sports Lab, Navyboot, Fielmann, Bata, Tally Weilj, Import Parfümerie, Ochsner Sport und Orsay.
Wer alles sehen will, muss schon selber im ZickZack durch die Multergasse tanzen.
Organsiert wird die Aktion von der ig-tanz St.Gallen/Appenzell anlässlich des internationalen Tag des Tanzes und soll die verschiedensten Tanz- und Bewegungsformen einem breiten Publikum zugänglich machen und wer gar selber Lust zum Tanzen bekommt, kann sich am Info Stand der ig-tanz am Bärenplatz über Kursangebote in der Ostschweiz informieren.

ig-tanz in der Multergasse, St.Gallen
Samstag 28. April 2007
13–16 Uhr
www.ig-tanz.ch