MSB brainstorming

17 May 2007

Corinne Schatz: LUCIE SCHENKER, Zeichnungen.


Katharinen St.Gallen, 28. April bis 20. Mai 2007
Vernissageansprache 27. April 2007

Viele von Ihnen haben vor einigen Wochen die Einladungskarte zu dieser Ausstellung erhalten, und darauf ein seltsames Gebilde, etwas Körperhaftes mit eigenartigen Ausbuchtungen, Nippeln oder Warzen, gesehen. Ebenso stark traten aber auch die Strukturen und feinen Fältchen einer überspannten Haut in den Vordergrund. Es berührt seltsam, dieses Bild, das "Ding" wirkt zugleich lebendig und unnatürlich, man spürt beinahe körperlich, ja schmerzhaft, die Dehnung und Spannung, die diese Haut fast zum Reissen zu bringen scheint. Es ist also keines jener luftigen, schwebenden, manchmal atmenden Gebilde, die Lucie Schenker in den letzten Jahren aus diversen Kunststoffen geschaffen hat, eine andere Richtung kündigt sich schon in dieser Karte an.
Spätestens mit dem Betreten der Ausstellung aber wird offenbar, dass die Künstlerin einen neuen Weg beschreitet.
In den Graffit-Zeichnungen, die sie in den letzen zwei Jahren geschaffen hat, begegnet man Formen, die zugleich vertraut und fremd wirken. Man erkennt Körperliches, ist sich jedoch oft nicht sicher, um welche Körperteile es sich handelt. Darüber scheinen sich dünne Häute zu spannen. Manchmal wirken diese weich und schmeichelnd, ein anderes Mal jedoch fast schmerzhaft gedehnt und gezerrt, dann wieder sind Körper und Haut "in Einklang", verwachsen als ein Ganzes. So finden wir in den Blättern hier ein Knie, dort eine Schulter, oft aber auch Formen, die wir sogar mit anatomischen Grundkenntnissen kaum identifizieren können. Vielleicht kann hier und da die Kunstgeschichte Hilfe bieten:
Die Vorlagen findet Lucie Schenker nämlich bei den Künstlern der Vergangenheit, bei Michelangelo und seinen gewaltigen Figuren der Sixtinischen Kapelle, in Ingres' fein modellierten Körpern, oder auch in Mapplethorpes athletischen Männerakten. Es sind meist Werke, in denen die Plastizität der Körperdarstellung besonders hervorsticht. Einige der Zeichnungen sind nach einem lebenden Modell entstanden. Durch Lucie Schenkers Hand erfahren nun diese Körperausschnitte eine eigenwillige Verwandlung. Das Fragmentarische steht nicht im Vordergrund, vielmehr vervollständigt die Künstlerin ihre Rücken-, Arm- oder Beinpartien zu in sich geschlossenen Formen. Sie schafft auch nicht Abstraktionen der menschlichen Figur, sondern nimmt skulpturale Formen auf, die sie aus den Körpern herauslöst und umschliesst. Diese Formen schweben schwerelos im Raum der transparenten Blätter. Die Plastizität der Hell-Dunkel-Modellierung wird sorgfältig übernommen, jedoch lassen die Fältchen und Dehnungen der Umhüllungen in ganz eigenartiger Weise die Oberfläche in den Vordergrund drängen.
So kippt unser Blick vom Körperhaften zum Oberflächlichen und zurück, ein Wechselspiel, welches die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung in stetiger Spannung und Bewegung hält. Die Künstlerin bricht unsere Sehgewohnheiten, indem sie den menschlichen Körper durchsichtig macht, ohne ihn seiner Haut und seiner Plastizität zu berauben.
So weit sich Lucie Schenker mit ihren neuen Zeichnungen von ihrer bisherigen Arbeit zu entfernen scheint, so nahe sind sie dieser doch gerade in der eben beschriebenen Wechselwirkung und Ambivalenz. Bereits in den geometrischen Draht- und Gitterobjekten zeigt sich dies als eines ihrer grundlegenden Themen: die Verbindung von nach aussen geschlossener Masse und deren Durchdringung durch Transparenz. Eine Dreidimensionalität, die sich in fortwährendem Wandel in Transparenz auflöst und wieder zur Masse konkretisiert.
Dieses Thema lässt sich in fast allen ihren Werkgruppen mehr oder weniger deutlich erkennen: In den Gebilden aus Kunststoffgeweben, die mit der raumfüllenden Arbeit in Rapperswil sozusagen ihren Höhepunkt und Abschluss fand (und wo übrigens auch die ersten Vorboten der neuen Richtung zu sehen waren, nämlich einige Zeichnungen von Händen, die in darüber gespannten Gummihandschuhen steckten), war die leichte Durchsichtigkeit der Stoffe, welche sie als eine Art Lichtgebilde, oder Wolken erscheinen liessen, offensichtlich.
Erinnert sei auch an die Fotoserie, die Lucie Schenker von ihrem Rom-Stipendium zurückbrachte: Dutzende von Gebäuden, die hinter Gerüsten in halbtransparente Baugewebe eingehüllt waren.

So sehen wir, nach der ersten Überraschung, dass der neue Weg durchaus eine innere Logik und Konsequenz hat. Das Spannendste beim Begleiten einer Künstlerin, eines Künstlers über mehrere Jahre ist es, mitzuerleben, wie sie innerhalb ihrer Themen, ihrer Fragen, ihrer Suche, immer wieder neue Elemente, neue Möglichkeiten, neue Formulierungen und Formen, andere Richtungen entdecken.

Nun interessiert einen immer auch die Frage: Wo gibt es Verbindungen zu anderen Werken, anderen KünstlerInnen? Wie unterscheidet sich ein Werk von verwandten Schöpfungen? Welche Antworten findet jemand auf Fragen oder zu Themen, die auch andere beschäftigt haben. Oder wo liegen ähnlichen Formen ganz unterschiedliche Themen und Motivationen zu Grunde. Hier fallen mir spontan zwei Schweizer Künstlerinnen ein, die leider beide zu früh verstorben sind: Heidi Bucher und Hanna Villiger.


Heidi Bucher, die mit ihren Häutungen ganze Räume als Hülle des Menschen auffasste und in ihren riesigen Latexgebilden die materiell präsente und doch unsichtbare Innenhaut dieser Räume suchte. Das Äussere des Inneren, und zugleich das Innere des Äusseren schaffend. Die Haut erscheint hier als Pergament, in das sich die Geschichten und Schichten eines Raumes und seiner Bewohner einschreiben.
Oder Hanna Villiger in ihren Körperfotografien, insbesondere aus den Jahren 1994 und 95, (wovon auch in St.Gallen schon einige zu sehen waren), den Fragmenten ihres eigenen Körpers, die zu wandfüllenden, skulpturalen Kompositionen gefügt sind. Auch bei Hanna Villiger ist man berührt vom Zusammenspiel der plastischen Präsenz des Körperlichen mit der Fragilität und Verletzlichkeit der Haut, die diesen Körper umhüllt.

Zu den Zeichnungen bildet eine beinahe "echte Haut" den Kontrapunkt. Kopfüber aufgespannt zwischen Decke und Boden dehnt sich eine Latexhaut in Menschenform. Ein zwiespältiges Objekt, das einerseits in seiner Unversehrtheit eher als Umhüllendes, als zweite Haut, als seltsames Kleid, ja vielleicht obsessiver Schutzanzug anmutet, und andererseits ebenso stark befremdet, wenn es als abgezogene, vom Körper gelöste Haut betrachtet wird und diesen als schutzlos entblössten assoziiert.
Diese Ambivalenz von Zärtlichkeit und Grausamkeit, von Verhüllen und Enthüllen, von Sanftheit und Zwanghaftigkeit, die in vielen Zeichnungen spürbar wird, findet in diesem Objekt die dreidimensionale Entsprechung. Und sogar diese Dreidimensionalität ist unbestimmt, schwankt doch auch hier die Wahrnehmung zwischen der Flächigkeit einer aufgespannten Haut und der Plastizität der Falten und des mitgedachten Körpers.

Mit der Übertragung der Thematik von Körperlichkeit und Fläche, von Masse und Transparenz auf den menschlichen Körper und die Haut, betritt Lucie Schenker eine Welt, die unendlich viele Aspekte in sich birgt und in der Welterfahrung von jeder und jedem von uns eine existentielle Ebene berührt.



So möchte ich mit einem Zitat aus Michael Köhlers Text "Die dritte Haut" schliessen:

"Wo wir mit der Welt in Kontakt kommen, stossen wir auf ihre Oberfläche. Die Haut ist, was die Welt umspannt, und die Welt ist, was von einer Haut, einer Oberfläche umspannt wird. Durch die Haut berühren wir die Welt, und die Berührung verschafft uns den Zugang zu ihr."
(Michael Köhler: Die dritte Haut, in: Basler Magazin Nr. 45, 9.11.1996)


--- Corinne Schatz, St.Gallen, April 2007

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14 May 2007

Brandl: Perreault on Why Art History Needs A Re-Write


Artist and critic John Perreault uses the recent exhibition High Times /Hard Times to examine amnesia in art. I have discussed this exhibition here several times; furthermore the topic has also disturbed me for some time. I did one of my Covers paintings about it in 2003, which is the title image here. Perreault’s Artopia art diary blog is usually insightful, but this is one of his best posts yet.

Here’s an excerpt as a tempting taste. then go read the whole piece. It is well worth your time. Link.
"We may still look at Pat Steir and Linda Benglis, but they and others who, according to curator Katy Siegel, attempted to expand painting in an anti-painting period (I agree with that designation) are apparently no longer part of the master narrative that has been taken over by post-modern conceptualism. This track is not my master narrative and probably not yours. It is the strictly academic narrative. On the other hand, nowhere in the catalog do I see proof that po-mo is indeed in control. If so, it's funny that the ruins of the modernist master-narrative were quickly filled in, appropriated by postmodernist, antipainting photography. Somebody somewhere must really need a master narrative to make sense of art.

On the other hand, winners are now defined by sales figures. Goodbye, serious critical tomes. Goodbye, museums as gatekeepers. We are becoming an art world where only bad artists have galleries, only bad artists sell."


By the way, Perreault’s Toothpaste mural paintings are superb.

09 May 2007

Belcher (UK): Supply and demand..

colour field

'Colour Field (English)' - Acrylic on canvas 24" x 36"(real)


My new paintings are fake paintings done on a strictly just in time supply and demand model so if anybody wants one I will paint them ....cuts down on stocktaking :-)



colur field color field genius masterpiece

also new dot com website ..

http://www.shaunbelcher.com

08 May 2007

Brandl: Chicago Art Fair Bericht




Hier ist mein persönliches Bericht über die Chicago Kunstmesse (dem Chicago Art Fair, 27. – 30. April 2007), worin ich mit einer „Statements“-ähnlicher Einzelausstellung vertreten war. Damit war ich einer von 40 einjurierten, namhaften Künstlern, der an dieser prestigeträchtigen Messe am so genannten Artist Project an einem eigenen Stand ausgestellt sein wurde.

Leider ist mein Artikel nur in Englisch, denn ich habe zur Zeit zu wenig Zeit, ihn zu übersetzen. Bitte schau das Post sowieso an, ich bin sicher du kannst den meisten davon verstehen und die Bilder sind nicht so schlecht!

Chicago Art Fair by Brandl


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22 April 2007

exex: AUDIOMOBIL



exex präsentiert eine sight-hearing-tour durch st.gallen:

AUDIOMOBIL

blablabor (reto friedmann/annette schmucki), sven bösiger,
andres bosshard, karin bühler, marcel gschwend, andy guhl,
häfligerohr (hans häfliger/jürg rohr), matthias kuhn, silvan lassauer,
arno oehri & marco sele, andrea siering, hildegard spielhofer,
strotter inst., martina weber

25. bis 28. april 2007

> anmeldungen für die rundfahrten bei karin bühler unter karinbuehler@hotmail.com
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«audiomobil» ist ein projekt im rahmen der ausstellung «can you now return to from where you came» (9. märz bis 22. april 2007). während die ausstellung den narrativen möglichkeiten der kunst nachgeht, versucht «audiomobil» in einer besonderen und nicht ganz alltäglichen versuchsanordnung den stadtraum neu erfahrbar zu machen.

der werbeprospekt zum «audiomobil» beschreibt die rundfahrt wie folgt: «das audiomobil nimmt sie auf eine abenteuerliche reise durch st.gallen mit. 13 geschichten- und tonjäger präsentieren ihnen im audiomobil ihre neueste soundtrophäe, die sie in den verwinkelten ecken der gallusstadt für uns entdeckt haben. das audiomobil ermöglicht ihnen unerhörte dinge zu erlauschen und die audioarbeiten da zu hören, wo sie entstanden sind. im audiomobil reisen sie mit zwei bis fünf weiteren fahrgästen komfortabel von aufnahmeort zu aufnahmeort. sie werden die stadt aus eigener, vor allem aber aus fremder sicht neu erleben.»

projektleitung karin bühler
weitere informationen zum projekt unter http://www.visarteost.ch
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weitere angaben zum projekt

schalter
projektraum exex, oberer graben 38, 9000 st.gallen

betriebszeiten
mittwoch bis freitag 25. bis 27. april 2007: jeweils 19, 20 und 21 uhr
samstag 28. april 2007: jeweils 14, 15 und 16 uhr

fahrpreis
10/7 franken, vergünstigung mit legi/ahv

fahrzeit
45 minuten

platzzahl
2 bis 5 personen

reservationen
mitfahrt nur mit vorgängiger reservation!
reservationen bei der projektleitung unter 078 819 96 98
oder karinbuehler@hotmail.com.
bitte datum und gewünschte fahrzeit angeben.

besonderes
während der audiomobilfahrten ist die bar im projektraum exex geöffnet.

informationen
weitere informationen zu den audio-rundfahrten unter 078 819 96 98
und karinbuehler@hotmail.com bei der projektleitung.

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projektraum exex, oberer graben 38, 9000 st.gallen
telefon 071 220 83 50, e-mail exex@visarteost.ch

öffnungszeiten: donnerstag 9 bis 12 uhr und 13.30 bis 17 uhr
oder auf anfrage

Für einen andered "audiomobile" zur Kunst, schau mal hier an:
http://www.firstfloor.org/ARL/Audiomobile/

16 April 2007

matthias kuhn/alex meszmer: travelogue (remastered)




> donnerstag, 19. april 2007, 20 uhr
> nocturne surprise um 22 uhr

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zum abschluss der laufenden ausstellung halten matthias kuhn und alex meszmer nach drei jahren ihren «travelogue»-vortrag ein weiteres mal: «travelogue (remastered)» ist radikal überarbeitet und um einige erkenntnisse schwerer ...


«eigentlich suchen wir immer. das gelobte land, den gral oder die autoschlüssel.» das ist vielleicht ein bisschen salopp formuliert. aber wohl wahr. wir suchen tatsächlich immer: lösungen, gemeinsamkeiten, erholung und ruhe, die partnerin fürs leben ... und letztlich suchen wir das glück ...


dieser ausgangspunkt steht - wie schon vor drei jahren - in engem zusammenhang mit einer ausstellung: «can you now return to from where you came» beschäftigt sich mit nichts anderem als dem suchen. peter dew zieht in seiner installation ein komplexes wegsystem auf, das ohne umschweife die frage nach dem richtigen weg stellt: «oh, but what if i want to go down that way?». dass dabei auch die unsicherheit über die richtige wahl mitschwingt, gehört zum spielerischen umgang dews mit themen und materialien.


petra elena köhle und nicolas vermot petit-outhenin präsentieren ihr palermo-konzept, eine untersuchung über zufällige begegnungen im urbanen raum: sie reisten getrennt nach sizilien, wo sie in der hauptstadt letzlich nichts anderes taten, als den abwesenden anderen zu suchen. «travelogue (remastered)» geht nicht expilzit auf die installationen ein, versucht aber den kontext beider künstlerischen arbeiten zu erweitern ...


die grosse montage mit materialien aus literatur, film und musik verspricht gemäss der maxime «suchen statt finden» eine lange reise von den bergen ans meer, um die welt in 80 tagen, von utopia ins zentrum der galaxis, verschiedene reisen weg von zu hause und selbstverständlich immer wieder auch nach hause zurück ... und zuletzt die antworten auf die fragen: was ist der sinn des lebens? und wo finden wir das glück?


weitere informationen zum projekt unter http://www.visarteost.ch und http://www.wortwerk.ch/travelogue



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projektraum exex, oberer graben 38, 9000 st.gallen
telefon 071 220 83 50, e-mail exex@visarteost.ch

öffnungszeiten: donnerstag 9 bis 12 uhr und 13.30 bis 17 uhr
oder auf anfrage

Manuela Gritsch: WalserSagenWeg Triesenberg




Am kommenden Sonntag wird der WalserSagenWeg in Triesenberg eröffnet.
Im Rahmen dieses Projektes konnte ich das visuelle Konzept und die grafische Gestaltung umsetzen.

Vielleicht habt ihr am kommenden Wochenende Lust, bei dem schönen Wetter eine kleine Wanderung zu machen.



Iladig

Am Sunntig, 22. April 2007, ischt d Eröffnig vam
„WalserSagenWeg Triesenberg“. Los geids am eis im Zentrum. Wir laufan dr Wäg ab, as gid ds Trincha und ds Ässa und für all Gescht as chleis Geschench. Chum doch au!


Die Eröffnung des WalserSagenWegs in Triesenberg findet am Sonntag,
22. April 2007 statt. Dazu möchten wir Sie gerne einladen:

Programm
13.00 Uhr Apéro auf dem Dorfplatz in Triesenberg
13.15 Uhr Offizielle Begrüssung
13.30 Uhr Begehung
15.30 Uhr Festakt im Hinder Prufatscheng
Abgabe eines exklusiven Eröffnungsgeschenks
16.30 Uhr Fortsetzung Begehung
18.15 Uhr Abschluss beim Rastplatz „Studa“

Es gibt Zubringerdienste vom Dorfplatz zu den genannten Orten.

15 April 2007

Brandl: Einzelausstellung an der Chicago Kunstmesse





Der Ostschweizer Künstler Mark Staff Brandl wird an der kommenden Kunstmesse in Chicago, dem Chicago Art Fair (27. – 30. April 2007) mit einer Einzelausstellung vertreten sein. Damit ist Brandl einer von 50 namhaften Künstlern, der an dieser prestigeträchtigen Messe am so genannten Artist Project an einem eigenen Stand ausgestellt sein wird. Der Anlass wird am Donnerstag, 26. April mit einer Vernissage im weltberühmten Merchandise Mart in Chicago eröffnet (350 West Mart Center Drive).

Die internationale Messe für Gegenwartskunst, Art Chicago 2007, führt ihre 20-jährige Tradition als eine der weltwichtigsten Kunstveranstaltungen auf einem neuen Ausstellungsgelände, dem Merchandise Mart, fort. Der Anlass, den die ganze Stadt neben der Hauptattraktion Art Chicago mit vielen Kunst- und Kulturprojekten feiert, wird über 30'000 Besucherinnen und Besucher anziehen.

Mark Staff Brandl wurde 1955 in der Nähe von Chicago geboren und ist dort aufgewachsen. Seit 1988 ist er in der Schweiz wohnhaft. Seit 7 Jahren wohnt er in Trogen AR. Seine Ausbildung in Kunst, Kunstgeschichte und Literaturtheorie absolvierte er an der University of Illinois, Illinois State University, Columbia Pacific University. Zurzeit ist er Doktorand an der Universität Zürich.

Brandl ist international seit 1980 als Künstler tätig, hat verschiedene Auszeichnungen erhalten und ist mit zahlreichen Publikationen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit getreten. Seine künstlerischen Arbeiten wurden unter anderem von Galerien und Museen in der Schweiz, Deutschland, Italien, Ägypten, der Karibik sowie in Städten wie London, Basel, Paris, Moskau, Chicago, Los Angeles oder New York gezeigt. Als Kunstkritiker schreibt er regelmässig für die Zeitschriften The Art Book (London) und Art in America (New York), bei denen er Corresponding Editor ist. Er ist auch Kurator der Collapsible Kunsthalle. Einige seiner Werke wurden vom Museum of Modern Art in New York, dem Whitney Museum in New York, dem Museum of Contemporary Art in Chicago, dem Victoria und Albert Museum in London, dem Thurgauer Kunstmuseum, dem Kunstmuseum St. Gallen, dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles, der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, dem International Museum of Cartoon Art, dem Kunstmuseum Olten und anderen aufgenommen.

Im Rahmen des Artist Projects werden gross- und kleinformatige Werke ausgestellt. Brandl wird eine Serie von Covers-Bilder zeigen sowie die neuen, grossformatigen Gemälde, Dripped Portrait und Portrait and a Character. Zur gleichen Zeit wird in den Räumlichkeiten des Sharkforum Sharkpit eine Wand-Malerei-Installation zu sehen sein. Der Künstler feiert seine Inspirationsquellen, besonders die seiner Kindheit, die seiner Berufung zum Künstler zu Grunde lagen — u.a. die Billboardschriftmalerei und Schaufensterdekoration seines Vaters und seiner Mutter sowie die Superhero-Comics und deren Künstler.

Die Covers-Werke sind Gemälde in verschiedenen Formaten, welche die Sichtstruktur der Comic-Heft-Titelseiten verwenden: aufdringliche Beschriftung, Preise, Daten, Nummerierung, Bilder und so weiter. Anstatt ein Bild einfach zu kopieren, wie Pop Künstler es taten, konfrontiert Brandl diese Form als eine geerbte, doch unvollständige Grammatik, die er dazu zwingt, Lob, Klagen, Wünsche, signifikante und kritische Gedanken auszudrücken.
Die zwei neuen Gemälde verschmelzen Einflüsse von Jackson Pollock, Roy Lichtenstein, Jacopo Tintoretto und dem Superhero-Zeichner Gene Colan. Sie scheinen mit geschleuderten Tropfen von Schildmaler-Email-Farbe gestaltet zu sein. Aber die Striche und Linien verwandeln sich zu Repräsentationen ihrer selbst. Von Distanz betrachtet mutieren die ausdrucksstarken abstrakten wirbligen Linien, die mit einem Rapier gemalt scheinen, zu Pop-Bildern von flüssig gezeichneter Gesichtern.

Brandls Kunst erklärt, wie eine neue, robuste Malerei Einflüsse und Innovationen aus anderen Genres in sich aufnehmen und sie innerhalb ihrer eigenen visuellen Denkprozesse umrahmen kann. Sein Werk ist konzeptuell und intellektuell, und dennoch unterhaltsam sinnlich; vielsagende bildende Kunst, jedoch stark wie populäre Kultur. Für Brandl ist dieses nicht “Fusion” oder “Crossover”, sondern ein persönlicher und disjunktiver Dialog der Schlichtung. Andeutungen und Impurismus sind seine ästhetischen Tugenden

Kontakt:

Website des Künstlers:http://www.markstaffbrandl.com/

Sharkforum Sharkpit
Wesley Kimler
2046 W. Carroll
Chicago, IL USA 60612
+1 312 942 9078

Chicago Art Fair / Artists Project
Shawn Kahle
Vice President of Public Relations
Merchandise Mart Properties, Inc
312-527-7074
skahle@mmart.com

14 April 2007

Matthew Collings: a Great Art Critic on an Internet Radio-Cast




Here is a link to a good interview-cum-discussion with Matthew Collings, one of my favorite “art commenters“ or critics. He can be vicious, flippant, London-boosterish, London-dismissive and cynical — yet is always interesting, far more intelligent than I think he wants to let on and very insightful about current art and the artworld.

Collings is an artworld star in his own right. In print, such as Modern Painters, on the radio and in various TV series about art. Furthermore, he is a successful abstract painter in his own right, disproving the oft-espoused claim that critics are failed artists. Perhaps more surprisingly still, he often, very often, doesn't actually like art now being made. Yet, he is passionate and fervent even in his distaste for the prevailing trends in post-modern art. It has been said of him that “with his eloquent and engaging approach to art criticism, he is one of the foremost art critics.” I agree. Get an enjoyable taste of him here on Radio New Zealand in an interview (about 40 minutes) with Kim Hill: http://www.radionz.co.nz/audio/national/sat/matthew_collings

13 April 2007

Belcher: Letter to Matthew Collings

Dear Mr. C.

Never read your books or saw the TV series but remember how good the original (pre-glossy covers especially) artscribes were.

I took an extended sabbatical from painting from 1992 onwards appalled at what happening...I even had a bizarre interview for the Goldsmith's M.A. where Nick De Ville basically called Pater Fuller a fascist....c'est la vie...so I decamped to Oxfordshire and drew the most reactionary landscapes I could in a fit of pique:-)

I am now re-emerging from the art bunker in Nottingham ( about as far from the metropolitan centre as you can get these days) and firing broadsides as and when I can..( see below) ..I am not overally popular with the New Polyocracy as they rehash third rate ideas from back pages of Artforum and Frieze but at least I enjoying the skirmishes...at least with those that coherant ...my views a little harsher than yours Mathew but I agree with one thing it has certainly got worse not better since 2002

What troubles me is work like yours (painting) has been removed from the artistic landscape like an airbrushed Lenin...my recent reviews are a riposte to this...when did this complete takeover happen..I remember a broad church of artistic styles and genres..now there barely two ...assemblage and digital ....conceptualism was a variety of fruit in the garden now it has choked off all else like rampant bindweed....

sad and it is as a nation we lose....narrow paths mean narrow minds....

Fuller was good before he switched God for Marx....

I will seek out your books and read more....apologies I always thought you part of problem ( Blimey Guv'nor its them luvly YBA's etc) when all along you part of some kind of solution. I disagree about Guston he is pure painter and I think Emin is simply Janet Street Porter with a 'Works' copy of Schiele. As for Damien The First....I said it on my blog..pure Barnum.

Congrats on the paintings...Nuevo Centro Delauneys.....thanks for bucking the tide...however if you go digital I may have to sentence you to ten years in a Stuckist exhibition....

shaun belcher

http://belcheresque.wordpress.com/

Moogee the art dog....

05 April 2007

Irene Müller: landpartie no. 19: marianne halter



landpartie no. 19: marianne halter, da gibts einen ort

eröffnung am freitag, 13. april 2007, 18 uhr

herrligstrasse 14, 8048 zürich, 043 311 85 25
ausstellung vom 16. april bis 25. mai 2007, mo - fr, 9 - 16 uhr

landpartie ist eine ausstellungsreihe mit kunst auf wenigen quadratmetern, eine bühne mit drei wänden.
landpartie ist erreichbar mit S3, S12, bus 31 (bhf. altstetten), tram 2 (lindenplatz) und 5 minuten zu fuss.

das jahresprogramm 2007 von landpartie wird unterstützt von corak AG, Stadt Zürich / Kultur, Stiftung Erna und Curt Burgauer, Bundesamt für Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich

03 April 2007

exex: Peter Dew und Neil Young




peter dew: the feeling arranger, the heavenly conductor and me, or:
a different story for every set of eyes

peter dew legt musik von neil young auf.

> donnerstag, 5. april 2007, 20 uhr
> nocturne surprise um 22 uhr



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peter dew (*1967, lebt und arbeitet in st.gallen) ist ein sammler. er trägt materialien wie drähte, plastikteile oder hölzer zusammen und baut damit ganze universen, verbindet die absurdesten gegenstände zu kleinstskulpturen, fügt diese wiederum in grössere zusammenhänge ein und setzt sie zueinander in beziehung. seine installationen sind unübersichtlich und chaotisch und doch in den einzelheiten ordentlich und präzis. dews neuste installation «oh, but what if i want to go down that way?» gründet auf einem komplexen system von wegen, die als netzwerk die zum teil disparaten einzelteile zusammenführen, verbinden und zu einem einzigen geflecht von verweisen und bezügen - auch auf filme, songs und stories - verdichten.
am donnerstag vor ostern legt dew an der bar musik von neil young auf. die ohnehin vorhandenen bezüge seiner arbeit zu musik und film werden dabei nur noch offensichtlicher und so wird sein dj-set ganz natürlich auch zum soundtrack für seine aktuelle arbeit. ebenso zwingend für die anreicherung der installation «oh, but what if i want to go down that way?» ist auch die nocturne surprise um 22 uhr: «a matter of life and death» (von michael powell/emeric pressburger mit david niven und kim hunter, uk 1946) entführt die zuschauerinnen vom england des zweiten weltkriegs direkt ins jenseits. kamera, kulissen und kostüme, alles sehr raffiniert und alles sehr elegant ... der film ist trotz seines alters in jedem fall eine entdeckung!

weitere informationen zum projekt unter http://www.visarteost.ch

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projektraum exex, oberer graben 38, 9000 st.gallen
telefon 071 220 83 50, e-mail exex@visarteost.ch
öffnungszeiten: donnerstag 9 bis 12 uhr und 13.30 bis 17 uhr
oder auf anfrage

30 March 2007

Belcher: Aesthetic Grounds...

Very interesting post re. 'Vernacular' and plagiarism on this blog at present

http://www.artsjournal.com/

Public Art, Plagiarism & Vernacular

also they looking for art critics...must be some out there???

Aesthetic GroundsThe dialogue on public art and public space has almost no American art critics. We need some.
Public space is addressed in the socio-political critique of modern culture or in the propaganda of the smart growth, new urbanism and/or green sustainability. And 30 years after the invention of public art, the artists and administrators of the genre are afraid to establish criteria beyond acceptance or tolerance. To have critics of these art forms, new verbal and visual images must flow everyday. With consistent writing to focus thoughts, empathy and make-believe, aesthetic grounds emerge. The human pleasures of public art and public space deepen - and that is the goal of this blog. Glenn Weiss, January 24, 2007

25 March 2007

Alex Max Meszmer: Duchamp on the run

Mit „Re-object“ versucht das Kunsthaus Bregenz, Duchamps Ansatz des Readymades neu zu denken: Es soll zurückgestellt werden in den Kontext des Ateliers um dort als „Instrument künstlerischen Denkens und Handelns“ zu fungieren. Herbert Molderings hat ein paar der Schlüsselwerke ausgewählt - das Urinoir, die Schneeschaufel und das Fahrrad-Rad – die zusammen mit einer boîte-en-valise, der Weissen und der Grünen Schachtel einen kleinen Einblick in das Denken Duchamps geben. Zusammen mit Werken von Gerhard Merz, Damien Hirst und Jeff Koons soll die Idee des zur Kunst gewordenen Alltagsobjekts weiter verfolgt und vertieft werden – so weit so schön!

Eigentlich ist der unterste Raum im KuB unbespielbar – als Besucher drängt es einen immerzu nach oben und es braucht viel, vielleicht auch viel Anstrengung gegen die Architektur, um einen dazu zu bewegen, Arbeiten im Erdgeschoss wirklich länger zu betrachten. Schnell wirkt die Kunst hier verloren und abgestellt.

Molderings Idee, Duchamp im Kontext seines Ateliers zu zeigen, ist ein hübsches Gedankenexperiment. Vielleicht haben Kunsthistoriker ihre ganz eigene Vorstellung, was es bedeutet, Arbeiten im Atelier zu betrachten. Ein paar grosse, reproduzierte Schwarzweissfotos können zwar zeigen, wie es bei Duchamp aussah, ich bezweifle allerdings sehr, ob dadurch der Kontext Atelier auch für den Betrachter geschaffen wird.

Nice concept – but it won’t work!

Interessanter finde ich den Gedanken, Duchamps Spiel mit Alltagsobjekten nachzuforschen und sich vor Augen zu führen, was sich bei der Betrachtung von Gegenständen verändert hat.Industriell hergestellte Produkte sind für uns Alltag. Es ist selbstverständlich, dass sich Designer um das wechselnde Aussehen dieser Produkte kümmern, die rationell gefertigt werden. Die Herstellungsprozesse sind automatisiert und Handarbeit ist so selten geworden, dass sie extra deklariert wird. Preisunterschiede ergeben sich vor allem durch das Label und weniger durch die Qualität.

Die Industrialisierung im 19. Jh. bedingt gesellschaftliche und politische Veränderungen. Wir kennen die Geschichte der Arbeiterbewegung und die Anfänge unserer politischen Systeme. Die Geschichte der Alltagsprodukte erscheint weniger interessant. Jedoch: Vorbilder für die ersten industriell hergestellten Produkte waren die als besonders schön geltenden Handwerksarbeiten. Es galt die handwerkliche Arbeit möglichst gut zu imitieren und die schöne Form ergab sich aus dem Traditionellen.Die Euphorie, all diese schönen Dinge viel einfacher und billiger herstellen zu können, liess die Hersteller in den Jahrhunderten und Epochen wildern.

Als man begann Gebäudeformen für Grossbauten wie Fabriken, Energiewerke oder Bahnhöfe zu suchen, griff man zurück auf das, was es gab: Schlösser und Burgen, Klöster und Kirchen waren Bautypen die vorhanden waren und deren Formen den neuen Bauten lediglich angepasst werden mussten. Es scheint uns natürlich, dass die ersten Autos aussahen wie Kutschen ohne Pferde! Alles Technische wurde argwöhnisch betrachtet und die Verzierungen und Ornamente versuchten auch, die Technik zu Verbergen und den Menschen die Angst vor dem Neuen zu nehmen.

Industriedesign wurde vom Bauhaus erfunden – Peter Behrens verpasste AEG ein corporate design und stand an der Spitze einer Entwicklung, die reproduzierte, traditionelle Formen als überholt ansah und begann neue Formen zu suchen.

Das alles stak noch in den Kinderschuhen, als Marcel Duchamp begann über Readymades nachzudenken. Duchamp war ein Quergeist, der sich nach einem fulminanten Beginn in der Malerei auf das Denken zurückgezogen hat. Die Diskussionen, die um sein Werk kreisen, binden ihm zuweilen Bedeutung auf, die sich aus unseren persönlichen Zeiterfahrungen speisen. Vielleicht wird an Duchamp noch schneller deutlich, was es heisst, einem Künstler seinen Platz in der Kunstgeschichte zuzuweisen, drückt er sich doch vor einer eindeutigen Stellungnahme, wo immer es geht.

Duchamp spielt ein Spiel. Und er wusste sehr genau, wie er es spielen muss, um Kritiker und Kunsthistoriker zu fesseln. Seine Notizen und Zettelchen, die er zum Beispiel in der Weissen und Grünen Schachtel vereinigt hat, zeugen davon. Er wusste, wie ein Kunsthistoriker beginnt Kunst zu lesen, zu deuten, zu interpretieren und zu analysieren. Auf die Spur gebracht, wird er den Anspielungen folgen, in seinem Leben Entsprechungen suchen und Bedeutung durch einerseits persönliche, andererseits biographische Details erkennen wollen. Der Kunsthistoriker ist ein Deuter der Symbole und ein Fährtenleser, der seine Aufgabe in der Entschlüsselung von Kunst erblickt. Er muss das vom Künstler aufgeworfene Rätsel dem Publikum darbringen. Duchamp machte nie ein Hehl daraus, dass er die Bedeutungszuweisungen und Symbole in seinen Werken als absolut überflüssig einschätzte. Aber er benutzte sie, weil er Spass und Freude an Verschlüsselungen und an Sprachspielen hatte.

Duchamp veranstaltet eine intellektuelle Schnitzeljagd auf der Suche nach Sinn, einen gebildeten Kindergeburtstag – wenn man ihn glaubt inhaltlich lesen zu müssen. Seine Alltagsobjekte sind Zwischenformen. Sie sind gefälschtes Handwerk. Sie repräsentieren Dinge, die nicht das sind, was sie suggerieren. Erst Benjamin wird später versuchen die Kunst von diesem Weg abzubringen, der Suche nach dem Falschen. Benjamin führt den schwammigen Begriff des „Auratischen“ einer bürgerlichen Kunstvorstellung ein, der auch gegen eine intellektuelle künstlerische Geste Duchamps gerichtet ist. Vielleicht liegt der Fehler einfach darin, Duchamp unbedingt entschlüsseln zu wollen? Vielleicht liegt er darin, seine Arbeiten inhaltlich zu verstehen?

Die Moderne hat mit allen Traditionen gebrochen und provoziert. Künstler haben austariert, wie weit sie gehen können und welche Tabus brechbar sind. An der allgemeingültigen traditionellen Form zu rütteln und neue Ausdrucksformen zu suchen, war die grosse kreative Leistung dieser Zeit. Ich denke, man muss auch die Werke der Moderne als formale Arbeiten erkennen und als solche lesen. Sonst wird man ihnen nicht gerecht. Hier liegt vielleicht auch das Missverständnis, das es dann etwa hundert Jahre später erlaubt, einen fanatischen Pedanten, einen sammelnden Möchtegern-Bohemien und einen Börsenhändler in die gleiche Reihe zu stellen.

24 March 2007

Christine Enz: Tanz in der Multergasse, St. Gallen



Auf alle, die am Samstag 28. April einkaufen oder flanieren, wartet eine ganz besondere Attraktion in den Schaufenstern in der Multergasse; für einmal sind nicht Parfüms, Schuhe, Kaffee oder Schaufensterpuppen zu bewundern, sondern TänzerInnen und PerformerInnen. Sie nutzen die Fenster als Bühne und werden auf engstem Raum bewegen, tanzen und Schritte auf das Publikum zu machen, bis zur gläsernen Grenze.
Getanzt wird von 13–16 Uhr in den Fenstern der folgenden Geschäfter:
Manor, Parfümerie Baettig, Perosa, Kaffee Baumgartner, Sports Lab, Navyboot, Fielmann, Bata, Tally Weilj, Import Parfümerie, Ochsner Sport und Orsay.
Wer alles sehen will, muss schon selber im ZickZack durch die Multergasse tanzen.
Organsiert wird die Aktion von der ig-tanz St.Gallen/Appenzell anlässlich des internationalen Tag des Tanzes und soll die verschiedensten Tanz- und Bewegungsformen einem breiten Publikum zugänglich machen und wer gar selber Lust zum Tanzen bekommt, kann sich am Info Stand der ig-tanz am Bärenplatz über Kursangebote in der Ostschweiz informieren.

ig-tanz in der Multergasse, St.Gallen
Samstag 28. April 2007
13–16 Uhr
www.ig-tanz.ch

23 March 2007

Belcher, UK: Disappearing Labour: U.K. Arts Council Debate

the following will be submitted to 'The Arts Council' debate an online discussion of our august funding body in U.K. Apologies for length but these concerns are I think wider than just U.K.
see

http://www.artscouncil.org.uk/artsdebate/



Raleigh Plant Nottingham

Raleigh Plant Nottingham : Now redeveloped into University Buildings.

How ‘professional practice’ removed the working-class from the picture.

On of the most striking aspects of the development of the fine art world in the last 25 years since I was at art-college has been the rapid and total de-skilling of artistic ‘practice’. Indeed that word ‘practice’ sums up the qualitative change in the environment that artistic ‘practitioners’ and students operate in. I am focussing on that word because it seems to me to be symptomatic of the larger changes. Trends begin in language and ‘practice’ supplanting ‘art work’ or ‘oeuvre’ is one of the most significant.

As an art student we had ‘complementary studies’ which ranged across critical studies and other art forms but nowhere was I introduced to notions of ‘critical practice’, ‘networking’ or ‘research procedures’. Instead there was a healthy insistence on the ‘materiality’ of the process down to the actual grinding of pigment for paint (how quaint that seems in cyber paint age) and the physical act of creation as a significant and in some cases all-encompassing feature of creating ‘art-works’. That word ‘work’ there is important. Tutors not only theorised in the abstract but also commented on constructive principles, materials and assembly.

To read back through the statements of artists such as Henry Moore, Anthony Caro, David Hockney even was to be introduced not only to intellectual concepts of ‘making art’ (again note word ‘making’) but also to physical notions of ‘craftsmanship’. For artists from working-class backgrounds such as Moore and Hockney there was a seamless affirmation of the quality of making that their communities whether in Bradford Mills or Leeds Foundries would have understood. The general public may have baulked at the physical embodiment of those ideas but a welder or sign-painter would have understood the technical ability involved in its construction. Without ‘labouring’ the point there is a direct correlation with this activity and the philosophy of craftsmanship stretching back through Morris to the old guilds. Even as a lowly labourer (working on middle-class tutor’s house for cash be it painting and decorating or building work with my fellow working-class students) I and my ‘labouring’ friends were acutely aware of the instilled belief in ‘a job done properly or not at all’. Coming from a background of low incomes that mantra was a source of pride that maintained dignity and purpose when treated badly.

So what does this have to do with artistic ‘practice’? Well as the artistic climate began to morphose into dealing with the destruction of traditional class divisions with the breaking up of the Miner’s Strike and the new opportunities of money from selling the state assets back to its people the hard left suddenly found it could no longer ‘believe’ or support those hackneyed themes and looked to wider academic philosophies for support…Derrida, Foucault..whatever suited was used. Language invaded the academies and process became mental rather than physical. Life-rooms were ‘disappeared’ as were the craft technicians and their areas..wet photography, etching, printmaking in general and sculpture. Advances in digital equipment and the internet made costing art education cheaper and also opened up the floodgates of language which washed over the huddling masses in spectacular fashion. The result two decades later is that ‘practice’ has replaced ‘work’. Painters and their messy procedures have been sidelined in favour of more streamlined and cost-effective ‘streaming’ per unit (a unit=one student by the way). Result has been a complete implosion of not only those more gruelling and supposedly less intellectually taxing pursuits as painting, etching, bronze casting but also a radical denial that those forms were anything but an old-fashioned aspect of bourgeoisie and right-wing ‘control’.

Unfettered from their working-class shackles of mind these warriors of the new left/right could dance around the world as ambassadors of Thatcherite ‘entrepreunership’ or New Labour ‘Cool Brittania’ with not a moment of doubt or guilt that they had thrown any babies out with the bath water. This process was so swift and its impact so total that even before I left art college in 1981 the process had started. This process found its moment of triumph in ‘Sensation’ and its attendant ‘Brit-Art’ boom. Gone were the toiling working class and the effete bourgeoisie world of watercolours and oil-painting. Swept aside in the revolution of two strange-bedfellows – new money a la Saatchi ( gained from political propaganda lest it be forgot in the fog of time) and the hard-left apparachiks of ‘new’ Polytechnic/Unis and ‘new’ art. These were heady times and so what if half the philosophy and theorising did not stand up it had that elusive ‘Wow’ factor and it sold. Yes these partners in the dance had found each other and would never let go.

Twenty years later and like the ‘little’ man who sweeps up after the art-school ball the effects are everywhere. Art-schools and Polytechnics (Rebranded New Universities to give them ‘professional status’) are no longer under local authority control but are multi-million pound businesses siphoning off cash from those who can best pay i.e. the middle-class and the ubiquitous and much loved ‘overseas student’. That process of removing the original meaning and philosophy of the ‘Technical Schools’ and the Victorian notion of ‘training for ornament’ to decorate the ‘Empire’ are gone and with them Morris and Co’s belief in progress through labour.

Here ‘practice’ has come into its own. It is a fact that the recent changes in grants will remove the few working-class students foolhardy and resistant to parental pressure able to make into the newly ‘professional’ class of the ‘contemporary artist’. A few will always slip through because of inate ability as Grayson Perry recently noted. For the majority though a ‘second-stream and second-rate’ mountain to climb through school, further education and maybe an HND if they are lucky awaits. The good aspects of ‘craftsmanship’ (abilty, hand and eye co-ordination and pride) have been jettisoned along wth the bad (subservience, minion status, ‘little-man syndrome’) and we are left with a system that as ruthlessly middle-class in its deportment, salary expectations and class awareness as any yet seen. Blairism is not the triumph of the ‘old working class’ it is the triumph of the new ‘middle-class and it’s most recent converts…those lucky enough to slip their working class shackles and join the ‘parade’.
How does this affect the Arts Council? In the past the Arts Council from its post-war origins onward has been largely a middle-class/upper-class dominated project despite its Welfare State status. As pointed out to me recently by someone in the Arts Council the post-war remit was heavily towards supporting the noble performing arts…Opera, Dance, Theatre. These were in need of rebuilding and supporting post-war at a time of rationing and scant resources and the Arts Council did its job well within that remit. Indeed some positive extras even appeared such as Larkin’s idea for a Poetry Library. Despite boom and bust several times over these arts are sacrosanct and let us not forget that they will retain their core funding unless some real revolution happens soon. The reality is the support of individual artists and community arts projects etc has been largely funded out of the lottery funds which are now on the wane. Forget Olympic slight of hand the real downward trend in that area of ‘smoke and mirrors taxation’ will continue as the public grow tired of losing their few quid every week.

My argument is that the Arts Council recently has become a partner in the ‘professional-isation’ of the arts. Individual grants have mostly gone to those most able to tick the boxes which is not the same as the most deserving or the most able. A middle-class practioner of whatever background with a good grasp of language and networking is able to jump hoops required and draw down funding.

The Arts Council actually funds A-N the artist’s newsletter which has come to define one area of ‘practice’ as defined by the new universities. Artistic finishing schools like the Slade, Chelsea and Royal College continue to process artists through to the major galleries as they have done since time immemorial. When I received an offer of a place at the Royal College in 1981 I was a working-class exception not the rule and was swiftly replaced by ‘overseas student’ when I could not afford the fees. From comments by a current RC student on a Grayson Perry article nothing much has changed there. Outside that alumni network the practicing artist from the New University flowerbed has pretty much taken over the ‘alternative’ network of regional arts centres, art galleries and a-n itself.

Nothing wrong with that in principle but because this new class also sees itself as ‘professionalised’ and newly minted ‘middle-class’ it keeps a distance from anything that reminds it of its non-professional background….paint, stone, non-literate visual communication…..the values of its parents if working class and the manners and dirty hands of ‘that lot from the estate’ if it middle class. Result the Arts Council unwittingly because it speaks only in the ‘new language’ is part of a process that divorces the working class student from its background and makes it feel ashamed. I may be regarded as being sensationalist here but Jeremy Seabrook identified a similar process in regard to community thirty years back as the ‘magic-carpet’ ride in regard to working class students going to university and never returning to their ‘sink estates’.
Artists like Damien Hirst and Tracy Emin are like Ali Baba riding that carpet for all it is worth but they have never touched down in their original communities since unless as ‘researchers’ or for the occasional family get together. They have done the trick their families expected of them of converting all that ‘arty stuff’ into cash and that brings a grudging admiration from their peers but do they give anything back?
Where the Arts Council has failed in my opinion and where it could make a great leap forward is in increasing the ‘scope’ of its funding to include more of what regarded as ‘amateur’ by the new professionals which as I stated can and does include a great deal of painters and crafts people ‘removed’ from the bigger picture who do not apply for Arts Council funding (including serious for want of better term artists disenfranchised by the new elitism) because the gatekeepers - are generally the young professional middle-class – the ‘mujistas’.

If they could reintroduce the ‘floating’ and disenfranchised practitioners back into their communities or the communities they now live in we’d have a start. Paul Oliver argued for a nodal system of arts centres based on BBC buildings around the country and it still an area for possible development.

The key concept here is the A.C.E. remit of supporting the ‘cutting-edge’ - -who’s edge and who’s cutting? . Paring down the amazing variety of art and culture created in this country by narrow ‘professionalist’ concepts of right and wrong means many left out by default. Narrow face-saving attempts to promote inclusion by parachuting white middle-class artists into ‘problem areas’ to facilitate do more harm than good if not speaking with local knowledge and understanding.

Another £30 K sculpture of a giant egg on the roundabout on the edge of town reinforces that lack of communication. The ‘disappeared’ labourers……the ones on night shift cleaning, herded into lump labour vans at dawn, garage forecourts etc etc have a right to seeing the arts too but are their notions of what art is …craftsmanship and effort maybe? ….to be ignored too because not cutting edge?

Can that always be dismissed as dumbing down?

Clean bright empty offices and clean bright empty shows and no workers…….unless serving…

The future is bright..the future is black. The future is a blank canvas?

Will the new elite be our doctors ..their practice our medicine?
Shaun Belcher
23 March 2007

References:

Grayson Perry: You can lead a chav to culture but can you make him think?

http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/article628373.ece

Grayson Perry: Stop art schools from turning into posh white ghettos.

http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/article1448160.ece

Accessed 22.3.2007

20 March 2007

Moogee, Brighton UK: Raining on their Parade...

“Historians when they come to write about New Labour, need to look no further than our council (Brighton) to see where it all went wrong; an administration that consistently ignores core services in order to spend its money on headline-grabbing projects which benefit an elite few”
Julie Burchill quoting a Brighton resident in Guardian Weekend 17.03.2007

vision of future market square

What has this got to do with Parade, the Angel Row Nottingham showcase of local artistic talent? Well everything and nothing. The title itself is an oblique reference,I presume, to the coincidental ‘parade’ of dignitaries, binge drinkers, (or are they one and the same) community groups and past their sell-by-date musical acts which are launching the opening of the new ‘city square’. By an act of stupendous largesse the Nottingham City Council have managed to spend £7 million pounds ‘renovating’ the city's market square and as if that not enough then celebrated their municipal munificence by spending another £400,000 on opening celebrations. This in a city about to see community funding go into freefall pre-olympics and which despite multiple funding initiatives still has some of the worst crime and social problems in England to deal with. Hey ho let them eat cake ...

On the opposite side of this mock-Spanish square replete with silver chairs (Café Nero not Yates is our cultural destiny) we find a rather worn Angel Row which in its heyday was something of a noise in the IAW (International Art World). Ironically that golden period was long ago and far away and after a time when local-bred initiatives such as the Playhouse and Midland Group actually gave the city some claim to ‘avant-garde’ status.

Fast-forward and although the Polytechnic has blossomed into a first-rate art-school the Angel Row seems curiously caught in its own reflection. Parade number 2 curated by Mary Doyle is the second in a series of 3 showcases promising the newly ‘Europeanised’ residents of Nottingham a taste of local artistic produce …a sort of organic vegetable box of the brightest and best from the region. Well.. Nottingham actually if the map on the wall is correct then contemporary art is alive and well only within the city and at one location in Lincoln and Northampton. How fresh and sustainable is this box of goodies?

This show using the usual curatorial ‘premise’ of a trendy title is called ‘Out of Place’ so is it and what does it have to say about this place here and now? Well first thing seen is a screen showing two of Roger Suckling (Nottingham resident – Lincoln teacher) shorts which are amusing and well made musings upon just such a notion. Train tickets flicker and hand held video jogs and yes we get the message…global/local. Short, well crafted and communicative. Hats off Roger and more like that please. The fresh carrot in the box and no wilting yet.

Open the door on the gallery space and another interesting piece – Eric Rosoman’s ‘Muckle Flugga’ lighthouse in miniature and a series of marks (in tasteful artschool tape as crosses..religious symbolism?) across the grey floor. A successful and intriguing piece especially when related to the framed ship’s names. Out of place certainly but fresh still and another carrot.

The rest of the room contains a few mouldier items. Simon Withers has managed to be featured in two shows on the basis of continually shifting his ‘practice’ to suit the prevailing winds. This particular vessel. ‘Rokeby Venus by jumping’ can be safely dropped in the ‘an idea you’d have in the pub but dismiss as too silly when you woke up’ school. Flimsy but attractive to funders and small children because it is funny even if it isn’t meant to be.

Candice Jacobs is big in an ‘a-n’ (that's artists newletter to the unsophisticated) land sort of way apparently and boasts of having Damien Hirst ‘view’ her work which marks a new low in ‘solipism’ on art c.v.’s. On this basis expect lists of ‘Famous people what walked past my work’ soon. Her work…contemporary ironic with a capital ‘C’. Ironic references to other artists in same leaky boat and to be frank dull. Apparently her work uses ‘ everyday objects in unexpected ways’ - old vinyl records, glasses and artwork that looks faintly like photos in back issues of art magazines circa 2000. You get the picture. Kids like it when it revolves though so not all bad.

Oh there a site-specific wall-piece so bland I’d almost forgotten it which managed to make one corner of the room look like habitat across the road. So two limp lettuces and a mouldy parsnip there folks.

Second room and we into the potatoes (no meat..this is council funded remember). Paul Matosic and Roger Suckling both showing large films both of which enabled through munificent Arts Council funding. Both interesting and of a piece with their careers and as older members of show surprisingly fresh still. A couple of solid cabbages. Neither piece in my opinion as good as other work they have done. The third pillar in the room by Tomas Chaffe tells you all you need to know again kids like it because it a game working out which is the 'false' one. It no more an artistic revelation than the glorious reworking of an old idea (sadly not his own) by Niki Russell which proves that a good idea (Rachel Whiteread’s in this case) can keep you in funding for a while. As an actual object it was built by somebody with all the building skill of a member of the Royal Family. Fabulous but not as fabulous as Mayer’s film of a woman regarding a step ladder. Maybe she waiting for Niki Russell to finish his room? Three very limp turnips.

So there you have it. Global influenced local produce. If shown at a vegetable show I’d say that Suckling and Rosoman would get rosettes for at least truly describing things that were ‘out of place’. The rest I’d maybe use in an art stew like this but a couple probably end up in bin as ideas too far gone to be edible.

Re-emerging into a beautiful European-influenced marble square with trams gliding surreally through the St.Patrick’s Day parade do I feel that Nottingham’s contemporary art has suddenly risen to such a degree that it deserves attention. Well no. Decent enough attempt but lacking that particularity and individuality that is going to storm the IAW (International Art World). No point in musing on what might have been in last ten years with real support and funding for these artists and what could have been achieved with the same old square in place and all that money. No we live in a world where initiatives replace commitment and PR has supplanted common sense. Nottingham had a very strong art history before all the art-speak and interventions got in the way of the expression of raw talent.

The Angel Row and its apparachiks are not a cause of this disease they just attempting to deal with a plot of ground infected with the symptoms. Even this small plot of ground is under threat too now. The powers that be say money is needed for athletes and sports stadia not exhibitions. Maybe this isn’t the rosy dawn of a new European era but the last 'Hurrah' of a New Labour dominated agenda that said let everybody eat cake and things will come right.....more parades, more bread (foccacia not hovis) more circuses, more lottery money for everyone....

They didn’t come right…….but we have some lovely fountains to piss away our sorrows in.

Enjoy...

'Moogee'

17 March 2007

Décès de Jean Baudrillard





Par Liberation.fr / AFP; LIBERATION.FR : mardi 6 mars 2007:

Décès de Jean Baudrillard, pourfendeur de la société de consommation et des médias
Le sociologue et philosophe est décédé mardi à Paris, à l'âge de 77 ans

Le sociologue et philosophe Jean Baudrillard, mort mardi à Paris à l'âge de 77 ans des suites d'une longue maladie, a porté pendant 40 ans un regard féroce sur la société de consommation, dont il a dénoncé l'insignifiance et prophétisé le déclin.

Issu de la mouvance de mai 1968, ce penseur de renommée internationale, et également photographe à l'oeuvre reconnue, a élaboré une critique radicale des médias, baignée d'humour noir et d'un pessimisme joyeux qu'il a instillé dans une cinquantaine de livres.

Né le 20 juillet 1929 à Reims, germaniste de formation et traducteur de Brecht, proche des situationnistes de Guy Debord dans les années 1960, Jean Baudrillard enseigne la sociologie à partir de 1966 à l'Université de Nanterre.

"Compte tenu de mes diplômes, je n'avais pas le choix. En 1965, la sociologie était la seule discipline qui restait ouverte. Au début, j'étais obligé d'apprendre au fur et à mesure ce que je devais enseigner à mes élèves", expliquait-il. En 1968 parait son premier livre de sociologie, "Le système des objets", suivi en 1970 de "La société de consommation".

Jean Baudrillard s'éloigne ensuite du marxisme et poursuit ses recherches en franc-tireur. "Les masses" ne sont plus pour lui les victimes de l'ordre social, mais les complices de cet ordre qui les enrichit, à cette époque des trente glorieuses finissantes.

Visage rond derrière de fortes lunettes, il tourne alors en dérision la prétention de la gauche unie de changer la vie et celle des intellectuels de peser sur les choix politiques. Sa philosophie, fondée sur la critique de la pensée scientifique traditionnelle, développe des idées fondées sur la simulation et la séduction.

"Intellectuel dégagé", pour les uns, "fossoyeur des utopies" pour les autres, Baudrillard est un penseur inclassable, devenu suspect à gauche, capable d'exhumer la pensée réactionnaire du philosophe Joseph de Maistre dans "La transparence du mal" (1990).

"Il faut vivre en intelligence avec le système et en révolte contre ses conséquences. Il faut vivre avec l'idée que nous avons survécu au pire", soutient-il alors.

Ce style cinglant, fait d'aphorismes parfois hermétiques, devient sa marque de fabrique. "Ce que j'écrirai aura de moins en moins de chance d'être compris. Mais ça, c'est mon problème. Je suis dans une logique de défi", prévient-il.

En 1986, un voyage aux Etats-Unis, dont il rentre subjugué, lui inspire "Amérique", feu d'artifice d'images et de traits philosophiques : "L'Amérique est la version originale de la modernité, nous en sommes la version doublée et sous-titrée"... "L'Amérique, c'est l'utopie réalisée".

Fuyant les médias qu'il s'évertue à décortiquer, il consacre en 2001 dans Libération plusieurs chroniques à l'émission "Loft Story", "laboratoire d'une convivialité de synthèse, d'une sociabilité télégéniquement modifiée".

Mais Baudrillard s'intéresse à tout ce qui fait l'actualité et les attentats du 11 septembre lui inspirent "Requiem pour les Twins Towers" l'année suivante.

Considéré tour à tour comme un nihiliste ou un moraliste, il a souvent été vivement critiqué. "En fin de compte, on peut se demander ce qu'il resterait de la pensée de Baudrillard si l'on retirait tout le vernis qui la recouvre", écrivaient ainsi en 1997 Alan Sokal et Jean Bricmont dans "Les impostures intellectuelles".

Jean Baudrillard se voyait lui en résistant. "La lâcheté intellectuelle, soutenait-il, est devenue la véritable discipline olympique de notre temps".

16 March 2007

Moogee: Where is the Art World located?

I seem to have slipped this debate onto the artforum website ….please contribute…especially if a provincial:-)

artforum logo

http://www.artforum.com/index.php?pn=talkback&id=65007

Where is the art world located?



by Moogee, 03.21.07 02:24 pm



I was amused by your august journal’s City names on the front of your web page. According to this Nottingham U.K. is not a part of the IAW (International Art World) and neither is Chicago which I find distressing for those poor artists there. I would love some advice on how long this state of affairs has pertained and with government funding we may be able to relocate to somewhere that is in the IAW immediately thus rectifying the situation.

( note: Chicago was added since yesterday:-)


yours



a proud provincial



'moogee'

http://belcheresque.wordpress.com