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17 October 2009

Curators crowned kings of the art world

"Curators crowned kings of the art world: Artists relegated to also-rans in power list."

In the "I told you so" department, an article by Andy McSmith in The Independant, including the list of the top 100 most powerful people in the artworld.

"If you want clout in the art world in these recessionary times, you are better off putting pen to paper as a curator than paintbrush to canvas as a jobbing artist."

Continue reading here.

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08 March 2009

Elias Wundersam: Wie man Kunst zu Tode kuratiert…



Wir verdanken es der gegenwärtigen Struktur des Kulturbetriebssystems, dass die „freien Künste“ in knapp 30 Jahren zu Dienstleistungen der freien Marktwirtschaft einerseits und zu verwaltbaren Kuratorien der Qualitätskontrolle anderseits, umsegmentiert wurden.

Unter der Künstlerschaft trauten sich zuerst Einige, später nur noch Wenige hinter die Barrieren des offiziellen Kurses. Inoffizielle und autonome Destinationen künstle-rischer Unabhängigkeit waren riskant, denn Geschäftsleute, Experten und Verwalter sicherten mit Zulassungskriterien den gewünschten Verlauf des Kunstbetriebs, indem sie durch Anerkennung und Disqualifikation den „Gang der Dinge“ kontrollierbar machten. Ausserdem schürte ein elitärer, neuinszenierter Wind in Medienhäusern und Kulturinstituten, unter den Kunstschaffenden die Hoffnung auf internationalen Erfolg.

Mit der Erhöhung der Erfolgschancen und der Möglichkeit die Nutzung von Beziehungskanälen als Fahrgelegenheit und Vermittlungsschiene, auch mit Anschluss zu elektronischen Verbindungsnetzen, für sich mobil zu machen erhielt das Künstler-image kalkulierbare Dimensionen. Dies äusserte sich bald auch in der Bereitschaft, ein professionelles Profil durch Anpassung zu entwickeln...
Die Anwärterscharen liessen sich bei der Durchschleusung im Marketing-Karriere-Fleischwolf gern freiwillig selbst verwursten. Das Kulturkarussel glitzernder Super-Stars und Glamourzugpferde begann sich auf globalem Schauplatz, im Wirbel des Medienrummels zu drehen.



So war es absehbar, dass durch die permanenten Weichenstellungen der Betriebs-Funktionäre, häufig Laufbahn-Kollisionen verursacht wurden, wodurch andererseits „unerwünschte“ Beteiligte ausschieden bzw. regelrecht aus der Bahn geschleudert wurden. Entschlossen arbeitete man im Kreis der Verantwortlichen und Fachleute,
für die Aufgleisung von innovativen Sonderschnellzügen, aber auch von nostalgischen Vetterli-Brötlibahnen, wodurch man das Dienstleistungsangebot, sowohl für die spezialisierten Bedürfnisse der Fachkreise, als auch für den eher traditionellen Geschmack eines breiten Publikums, gewährleisten konnte.
Es wurden Reiseangebote zu anerkannten Kultur-Highlights und internationalen Ausstellungs-Metropolen lanciert. Auch sollten fortan Profilierungs-Wettbewerbe nurmehr intern ausgeschrieben werden, zur Förderung nur des „Allerbesten“ eingerichtet werden. Dass sich die Künste so, auf hohem Niveau stabilisiert, in definierten Bahnen fortbewegten, hierdurch in gebräuchlicher, GANGbarer Art und Richtung entwickeln mussten, war absehbar...

Der Gang der Dinge nahm also den gewünschten Lauf...

Wenn man diesen Vorgang allerdings genauer unter die Lupe nimmt, wird einem beim Wort GANG auch einmal die englische Wortbedeutung in den Sinn kommen.
Hier heisst GANG soviel wie „Verbrecherbande“ und im Wort Gängelung steckt Bekanntlich auch Bevormundung, Manipulation !




Tatsächlich knüpft sich in den subventionierten Kulturinstituten eine Art Bandage, ein Band der Bevormundung, ein Gängelband, das die Produktion und Konsumtion der Künste instrumentalisiert und sie dauerhaft und individuell in ihren medialisierten Rollenfunktionen einbindet. Dieser Zustand veranlasste vor Jahren schon Kunstschaffende zur Auswanderung ins „Liberalium Artium –EXIL“, wo die souveränen, uneingeschränkten Bedingungen der Produktivität fortbestehen.

Auf der anderen Seite begrüsst der „Concours officiel“ mit seinen attraktiven Ka-rierebedingungen weiterhin dienstleistungsmotivierte Teilnehmer, aus deren munterer Schar jährlich die besten Rennpferde ermittelt, auf die Rennbahn geschickt werden.

Versteht sich, dass das Establishment der Sammlerguilde und Financiers von jeher ein Interesse daran hatten, dass derVorstand und die Fachleute von Museumsgesellschaf-ten und Kunstvereinen in ihren Programmen eine tadellose Künstlerelite präsentieren. die über ein entsprechendes Potenzial verfügt, das zur Herstellung künftiger Wert,-und Prestige-Anlagen, als auch in Bezug auf repräsentative und staatliche Image-pflege entsprechend geeignet ist.

Womit klar gesagt wäre, was viele Künstlerinnen bis heute veranlasst ihren Schaffensprozess so zu disziplinieren, dass die Chance in den Kreis der Auserwählten aufgenommen zu werden, zumindest in Takt bleibt. Man hält sich eben an die Spielregeln, die da etwa lauten : „shut up and work !“ oder gar: „Krieche und schleime“.
Die alten Erziehungsmassnahmen. „Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt“, werden im neuzeitlichen Ton durch Teilnahme-Bedingungen ersetzt.

Bestaunen wir also weiterhin ein Kulturkarussel, das zum Manipulationslabor von Kapital und Kuratorium umfunktioniert , lustig vor sich hin trällert...? Der Reigen der Anerkannten dreht sich bunt austaffiert als besitzbare Rösslein vor aller Augen. Es lädt ein zum Einstieg und zur Verköstigungsfahrt des infantilen Genusses der Orbitalen Umdrehungen und Verdrehungen der Kunst. Für den garantierten Erfolg dürfen ihre Erzeuger bestenfalls noch gute Pausennarren und Jongleure von Beliebigkeiten sein, die sie umgesetzt in Marotten, Fetische und Leckerbissen von Medien und Managern vermarkten lassen dürfen...

Die Begeisterung des Publikums für ökonomische Boni-Träger und Status-Symbole nimmt jedoch ab, es ist desshalb fraglich ob der Run auf kulturelle Hochburgen der kapitalistischen Ideologie,tatsächlich noch lange Bestand haben wird. Wir dürfen also gespannt sein, auf das was die offiziell„schweigenden Lämmer“ der letzten 30 Jahre Kunst,-und Kulturentwicklung, bei einer Wende und beim Drehen des Windes, doch noch von sich geben werden, verständlicherweise erst dann wenn plötzlich neue Werte und eine andere Richtung der Entwicklung, Gültigkeit haben werden.

01 December 2008

EuroShark Mark Staff Brandl Interviewt auf "Bad at Sports"



The EuroShark ("EuropaHaifisch") wird auf der preisgekrönten Website Bad at Sports interviewt. Wie die auf dem Blog schreiben: "Episode 170: Mark Staff Brandl. Duncan MacKenzie interviewiert Mark "the EuroShark" Staff Brandl, Theoretiker, Kunsthistoriker, Professor, Künstler und Kritiker für Art in America, Sharkforum und Bad at Sports.


The EuroShark is interviewed on the award-winning podcast website Bad at Sports! Episode 170: Mark Staff Brandl. As they write on their blog, "Duncan "the fieldmouse" MacKenzie interviews Mark "The EuroShark" Staff Brandl, theorist, writer, professor, artist, and contributor to Art in America, Sharkforum and Bad at Sports."

Go on over, listen streaming or download the mp3 and listen to it on your iPod. Then join in the discussion! Link: click here!

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27 January 2008

Meszmer/Müller Radio-Interview with Brandl and El Farra



Radio-Interview mit Alex Meszmer und Reto Müller von Zeitgarten. Interview in Englisch auf US Kunst-Podcast-Sender Bad At Sports.

The Central European Bureau, “EuroShark” Mark Staff Brandl and his new partner Lamis El Farra interview Alex Meszmer of the art team Meszmer/Müller.

Meszmer discusses the exhibition they curated at Projektraum Exex titled “Deconstructing Eden – Fragments of a Perfect Life,” their transitory museum-in-progress called Zeitgarten, the Swiss professional artists’ organization Visarte, and the new group of highly active “alternative” art spaces in Switzerland united under the rubric “Off-Off.”

Terri and Joanna give their book review of Eeee Eee Eeeee by Tao Lin . The “shitty drawing of novels.”

Link: http://badatsports.com/

Direct Link: http://badatsports.com/2008/episode-126-meszmermuller-and-book-review/

16 October 2007

A Short Guide to the Consensus Curator Career Ladder; or Why All Shows Look the Same



It’s in the system, baby. You get that for which rewards are given. Here’s how it works, in list form.

1. If you are a curator in an out-of-the-way place, or at least want to climb the social ladder as a curator...

2. You have to memorize who is in the Very Important Shows by Very Important Curators, usually of the jet-setting, shoulder-satchel variety (curators who hold positions in several museums, anybody who helps with Documenta or the Venice Biennale, the Whitney, Migros Museum in Switzerland, The White Cube in London, etc.)...

3. Show exactly the same artists they do whenever as often as possible (Rhoades, Kilimnik, Tiravanija, etc.)...

4. Solos shows are great, but big group shows with the top o’ the pops consensus artists are better, because you get more “connections” for your buck...

5. Best of all, in a group show YOU originate ...

6. With other venues (then you get their help, you ensure a wider “global” effect and they owe you one)...

7. Make a catalogue with an essay by you (especially if you write so poorly that no real magazine or journal will publish you) ... and with as many other essays by other curators who you want to either impress or have them owe you favor (so they will put you in one of THEIR catalogues)...

8. That way the cost is split, too, among all the venues, you have a captured audience in the form of a guaranteed amount of sales of the catalogue to the venues (and with some luck to some public) thus getting a better publishing house and making a vanity publication appear quasi-genuine...

9. Most of the artists will thereby also come from a handful of Super Galleries (Gagosian, Hauser and Wirth, etc.), who have tons of money, and will give extra money privately for an new installation or custom video work or special catalogue piece or insurance, etc., by their artist(s)...

10. Then you also get to hang out with all the Big Consensus Curators and Gallerists at closed VIP dinners and super private pre-openings and so on ...

11. And they all owe you one ...

12. At these events and in the press you MUST be certain, though, to spout ALL the Accepted Truisms of the moment (ineptness is the true sincerity, Sonic Youth are your favorite music group, art has ended and it is all just nihilistic endgame now, Marcel speaks ex cathedra, tee-hee irony is philosophical, etc.)

13. Do NOT, repeat do NOT, ever openly question ANY consensus-accepted “truth”...

14. Never feature lesser known local artists, as it only helps the artists and art and actually hurts your curatorial career, as you appear to be to “provincial” and knowledgeable outside the prescribed borders, a potential danger to the Consensus ...

15. Never “discover” any artists as that will simply help THEM and while THEY will owe you one, the Powers That Be will NOT, thus they will look down on you ...

16. UNLESS you can find someone SO derivative of some accepted Consensus paradigm that they appear almost invisible or inevitable --- a limp, too much terp painter al la Peyton, a kitsch painter a la Currin, a junk-installer a la well-everybody, etc. --- a carbon copy, which proves to the Big Shots that you have appropriately memorized the rules ...

17. This discovering you indeed DO actually do every so often, but not very often, just to nail down proof of your group-think-commitment, and because the copyist artist then owes you ...

18. Do all this and you’ll eventually win a prize as a curator from other Consensus curators, thus getting you a better job in a better city, climbing the ladder one step at a time, maybe even a shot at Documenta, etc. ...

Any curator buying fully into the system must follow all these rules. Those not doing so are a gift from God and have a difficult life. THIS is why all shows look the same, have the same artists in them, from the same galleries. The structure of the situation allows naught else, or the curator will be at best mildly tolerated, perhaps even ignored by the Big Fellas. Celebrate it when you find it, but don’t expect courage. If you want a break from academic mannerism, then this locked-down arrangement must be broken open through criticism.