Panorama view of exhibition in Jedlitschka Gallery, Zurich.

Panorama view of exhibition in Jedlitschka Gallery, Zurich.

23 May 2007

Brandl: Where’s the Artist Here? - "Vermittlung," Curation, Usurpation and Power


I just received yet another invitation to a symposium (the preferred form of communication in the Consensoriat) concerning the Role of Exhibition Development in the Contemporary Artworld. I have a proposal.

In these set pieces, usually curators lecture the audience on their own importance, pretend to field a few polite questions from the public (who usually consists of artists wishing to get the attention of the Powermakers Present).

Never even once have I seen one of these endless self-congratulatory symposiums / multi-day panel-discussions wherein anyone speaks who is CRITICAL of the contemporary power structure favoring curators over artists. (As an aside — as much as I disagree with his book, we need a Tom Wolfe-like Painted Word attack on this situation.)

Therefore, I am (not so) humbly offering my services. Whenever anyone reading this is part of the planning process of such a symposium or panel discussion, I will gladly present an entertaining, informative, hard-hitting critique of the current situation – and most of all its self-delusions – in a speech I tentatively title “Where’s the Artist Here?: “Vermittlung,” Curation, Usurpation and Power.” Fly me in. I’m certain I can generate real discussion. And it is drastically needed.

3 comments:

max (alex Meszmer) said...

Macht ist etwas, dass meiner Meinung nach eine Vereinbarung unter vielen ist, die vor allem darauf abzielt, einem anderen zuzugestehen, dass er die Macht ausüben darf - für eine gewisse Zeit über eine gewisse Struktur. In diesem Fall ist auch meiner Meinung nach, die augenscheinliche Macht der Kuratoren eine Form des gesellschaftlichen Zugeständnisses, das den Kuratoren gemacht wurde, als Experten, die den Nichtexperten die Kunst erklären, die gerade gemacht wird, weil seit Beginn der Moderne die Kluft zwischen dem Erschaffenen und der Rezeption plötzlich bewusst geworden ist.

Dass diese Macht ausgenutzt wird oder besser, dass diese Macht nicht im Sinne des Zugestehers benutzt wird, ist meines Erachtens nicht den Kuratoren und auch nicht den Künstlern zu verargen, denn da zwischen beiden keine wirkliche Absprache sondern lediglich ein Feld von subjektiven Meinungen blüht, hat auch den Kuratoren ermöglicht,daraus etwas zu schaffen, was in eher seltenen Fällen auch der Vorstellung von Künstlern entspricht.
Solche Symposien, die meistens ja auch Formen der Rechtfertigung von Vergangenem sind, bedeuten nichts anderes, als eine Art von Public Space, die es den Geladenen ermöglichen sich selbst zu beweihräuchern und ein für alle Mal klar zu machen, dass sie richtig gehandelt haben und sie sind eigentlich obsolet.

Eines dieser Beispiele ist das Symposium "Neues Ausstellen" in der Karthause Ittingen - der Ansatz war zwar neue Formen von Ausstellungen zu thematisieren, nur wurde das nicht wirklich ins Auge gefasst - das Problem lag aber eher an den Eingeladenen, die von den Zürcher Musterschülern der HGKZ dazu aufgeboten wurden und weniger an den Veranstaltern, die immer wieder versuchten die Vortragenden zum Thema zu befragen.

Was ich in Ittingen vor allem vermisst habe, war eine wirkliche künstlerische Position, die in dem Zwischenbereich von Kuration und künstlerischem Schaffen agiert, denn der dazu aufgebotene Martin Beck mit seinem Beispiel der im herbst gelaufenen Ausstellung in der Wiener Sezession war ein ausgesprochen schlechtes Beispiel für künstlerische Kuration - oder: ein Musterbeispiel für künstlerische Kuration, wie sie wirklich nicht sein sollte.

Die künstlerischen Positionen, die vor allem in der Schweiz seit ein paar Jahren mir grosser Selbstverständlichkeit verfolgt werden, werden in diesem Feld immer wieder übersehen - denn würden sie beachtet werden, müssten die eigenen Positionen - der Kuratoren - neu überdacht werden.

Von daher: Es ist wichtig, dass diese Positionen sich in die Gedächtnisse einschleichen, sich wie kleine Viren in das System setzen und eine gehörige Grippe verursachen.

Wenn die Propaganda der DOCUMENTA 12 nicht nur in den Wind gesprochen ist und deren Grossmeister Buergel dieses Jahr hält, was er verspricht, dann sollten auch Chancen bestehen, solche Positionen schneller in das Gesichtsfeld der Medien zu transportieren. Verlassen sollten wir uns darauf in keinem Fall und jeder Künstler der die Möglichkeit erhält in einem solchen kontext zu sprechen ist absolut begrüssenswert.

Hartwigg said...

Die Idee der Vermittlung ist in unserer Kultur einseitig im bürokratischen Paradigma verortet. Sie ist eng verbunden mit der Idee der Verwaltungseuphorie, und diese ist nicht denkbar ohne einer Konsensussprache. Die gibt es, sie zeigt sich und sie wird gefühlt: von Künstlern, Diskurshütern, Theoretikern, Politikern - und Pädagogen: und mir scheint, daß es heute (nur) die Politiker und Pädagogen und Bürokraten und Manager sind, die sie schätzen. Zum Ideal der Vermittlungskultur ist unter dem öffentlichen Druck eine ‚passive’ Durchschnittskunst geworden.

Anonymous said...

Elias Wundersam sagt:

Wünschbar wäre die Fortsetzung des rund um das Heimspiel begonnenen Gesprächs, das die notwendige Veränderung des Kulturbetriebs noch im Auge hatte, nicht die Rückkehr zur Selbstbe- weihräucherung und Durchsetzung der eigenen künstlerischen Positionen und den damit verbundenen, immergleichen egoiden Eigeninte-
ressen. Es ist einfach lächerlich heute noch zu glauben, dass die Dienstleistung von Experten für Nichtexperten in dieser Form des Kuratoriums noch zeitgemäss seien !! Darin bekundet sich der Schlaf unterwürfiger Künstler, die träumen, dass ein Zugestehen von Macht an Kuratoren, einfach der Erklärung von Kunst dienlich sei...Kurator ist einfach das nützlich klingende Wort, das den abgedroschenen Begriff des Erziehungsbeamten !
ersetzt, der im Auftrag der Macht seine Dienste leistet. Das Zeitalter des konzeptionellen Duckmäusertums ist längst zu Ende, auch wenn es die Ostschweiz eisern weiterbetreibt...

www.kuenstlerarchiv/herbertkopainig